Neue Technologien als Workflow-Beschleuniger: Alles ist vernetzt!

Wenn Unternehmen über das Thema Netzwerke sprechen, dann geht es heute häufig um zwei Punkte: Das – möglichst sichere – WLAN und die Möglichkeiten, eine hocheffiziente, leistungsstarke Mobility-Lösung zu schaffen. Mehr Flexibilität und Mobilität – beide Trends zeigen auf, dass sich unser Arbeitsleben derzeit massiv verändert.

(Foto: Sergey Nivens / Fotolia)

Wenn IT-Entscheider und Administratoren an einem Tisch sitzen und es um das Thema „Vernetzung“ geht, dann wird heute keinesfalls ausschließlich über die kabelgebundene, klassische Netzwerkinfrastruktur gesprochen. Im Vordergrund steht oft die Anforderung von Mitarbeitern und auch aus dem Management, doch möglichst flexibel arbeiten zu können.
Im Unternehmen selbst wird immer häufiger mit Notebook oder Tablet-PC gearbeitet – beide Gerätetypen sollen sich einfach und schnell ins Firmennetz einloggen können. Mittels Mobilfunk-Anbindungen oder über die VPN-Verbindung im Home Office soll der Zugriff auf das Unternehmens-Netzwerk unterwegs oder im Heimbüro reibungslos funktionieren. Sobald die mobilen Mitarbeiter den Ausgang der Firmenzentrale hinter sich gelassen haben, dient natürlich auch das Smartphone als wichtiges Arbeitsmittel. Dabei will der Mitarbeiter in der Flughafen-Lounge oder vom ICE aus nicht nur alle Firmendaten einsehen können. Vielfach gewünscht werden beispielsweise auch Präsenzinformationen. Denn was nützt es, dem interessierten Kunden im Telefongespräch zu seinen Fachfragen einen Spezialisten im Betrieb zu nennen, wenn dieser sich soeben für 14 Tage nach Mallorca verabschiedet hat?

Für alle beschriebenen Fälle gilt: erwartet wird heute „Seamless Communications“, also nahtlose Kommunikation. Egal, wo wir uns gerade aufhalten und welches Endgerät uns zur Verfügung steht, wir wollen jederzeit mit dem Unternehmen verbunden sein, möchten problemlos einen Blick in Excel-Tabellen werfen können oder die Adresse des Freelance-Spezialisten in Bukarest abrufen können. Die Forscher des Kompetenzzentrums NGNI bei Fraunhofer Fokus gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie erwarten, dass in den Städten von morgen nicht nur Menschen, sondern auch verstärkt Maschinen miteinander kommunizieren. Das Kompetenzzentrum bietet mit seinem Smart Communications Playground eine Umgebung für Kommunikationsdienste an, welche die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen umfasst. Im Smart Communications Playground können Dienste für unterschiedliche Branchen (beispielsweise E-Health oder Gebäudeautomatisierung) und auch branchenübergreifende Services entwickelt und getestet werden.

5G-Schub kommt

Einen großen Sprung nach vorne wird diese Entwicklung noch einmal in rund drei Jahren machen. Wenn Ende 2019 oder spätestens im Laufe des Jahres 2020 nach heutiger Planung die neuen 5G-fähigen Mobilfunknetze an den Start gehen, erhalten bereits heute diskutierte Thermen wie autonomes Fahren, Industrie 4.0, Internet der Dinge oder auch das taktile Internet zur drahtlosen Objektsteuerung in Echtzeit einen gewaltigen Schub an Effizienz, Leistungsumfang und Verfügbarkeit. Neue drahtlose Schnittstellen werden im Vergleich zu heutigen 4G / LTE Standards eine kontinuierliche Erhöhung der nutzbaren Datenrate des Funkkanals ermöglichen. Wohl nicht in einem einzigen Schritt, dennoch aber in beachtlichen Abstufungen wird hier eine Steigerung um den Faktor 1.000 bis 10.000 gelingen. Softwarebasierte Ansätze für Funk- und Netztechnik machen 5G dabei zu einer kostengünstigen, flexiblen und lernfähigen Technologie. Eine technische Revolution werde dennoch nicht stattfinden, sagen Forscher: „Auch wenn derzeit oft von revolutionären Umwälzungen gesprochen wird – der neue 5G-Standard kommt evolutionär“, sagt etwa Professor Thomas Magedanz, Leiter des Kompetenzzentrums Next Generation Networks (NGNI) bei Fraunhofer Fokus.
Dennoch: Die neuen Netze und damit verbundene technologische Innovationen werden Probleme heutiger Netze lösen, die bei hoher Nutzeranzahl und vielen unterschiedlichen Usern ungenügend skalieren und zu gegenseitigen Beeinträchtigungen und Störungen führen. Neue Businessmodelle werden mit 5G schnell und effizient umgesetzt. Vor allem für die Ansprüche virtueller Netzbetreiber (etwa im Verkehrs- und Energiemanagement) spielt das eine entscheidende Rolle.

Übersicht