Die vierte industrielle Revolution: Smarte Prozesse für mehr Konkurrenzfähigkeit

Der Begriff Industrie 4.0 ist älter als so mancher vermuten mag, und auch inhaltlich hat er weit mehr zu bieten als nur ein neues Buzzword.

(Foto: Vege (Fotolia))

Der Begriff Industrie 4.0 ist derzeit in aller Munde. Allerdings wird das Schlagwort vielfach auch fehlgedeutet oder von eifrigen Marketingstrategen falsch verwendet. Nicht alles, was digital ist, ist automatisch auch Industrie 4.0. Ihr Systemhaus erklärt, was das komplexe Thema wirklich beinhaltet.Ganz neu ist der Begriff zwar nicht mehr, dafür aber definitiv „Made in Germany“: Bereits 2011 wurde „Industrie 4.0“ erstmals verwendet – auf der Industrieschau Hannover Messe. Hervor ging er damals aus einem gleichnamigen Förderprojekt im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Dabei ging es in erster Linie darum, die Digitalisierung in der Fertigungstechnik voranzutreiben.

Man könnte auch konstatieren: Das Internet überwindet langsam seine Flegeljahre und wird erwachsen. Auf diesem Weg dringt es immer weiter in industrielle Produktionsprozesse vor. Hier soll in naher Zukunft eine möglichst nahtlose Kommunikation entstehen, die mit Hilfe unterschiedlicher Sensoren dazu beiträgt, die industrielle Fertigung immer weiter zu optimieren. Nach Uhr, Laufschuh und Auto erobert das Internet der Dinge damit immer weitere Bereiche unseres Privatund Arbeitslebens. Was entsteht, ist nicht nur ein riesiger Markt, sondern auch ein bislang unvorstellbar großes Netzwerk: Noch in diesem Jahrzehnt sollen mehr als 50 Milliarden mobile Endgeräte, ebenso viele smarte Geräte und rund 10.000 Sensoren pro Erdenbürger dazu gehören.

Was da auf uns zukommt, ist eine vierte industrielle Revolution – daher Industrie 4.0. Während die erste industrielle Revolution Muskelkraft durch Wasser und Dampf ersetzte, die zweite mit Fließbändern und Elektrizität die Massenfertigung erlaubte und die dritte den Computerchip in nahezu alle Lebensbereiche brachte, soll nun die vierte mit Sensoren, Funknetzen und künstlicher Intelligenz industrielle Prozesse noch effizienter machen – und wohl auch unser Leben verändern.

Im Kern handelt es sich bei Industrie 4.0 um die tiefe Vernetzung der gesamten Produktionskette, ja sogar der Wertschöpfungskette. Während Vernetzungen in Unternehmen bislang meist die Verwaltung und deren direkte Umfelder wie etwa die Logistik oder externe Mitarbeiter betreffen, soll es nun künftig eine Ausdehnung auf nahezu alle Prozesse geben. Dieser Schritt erscheint klug, denn in der Fertigung fristen selbst hochtechnologische Maschinen bis heute häufig ein Inseldasein – sie sind nicht vernetzt. Durch die Informatisierung in der Fertigungstechnik soll es gelingen, Prozesse weiter zu optimieren, ohne dass parallel die Produktionskosten hochschnellen.
Intelligent vernetzte Komponenten könnten in vielen Bereichen dazu beitragen, dass „smarter“ produziert wird, also beispielsweise Wartungsphasen in industriellen Produktionsanlagen besser planbar werden und Reparaturphasen oder Ausfallzeiten vermieden oder so frühzeitig erkannt werden, dass etwa ein anderer Produktionsstrang Aufgaben übernimmt.

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