Datenrettung: Wenn Informationen im Nichts verschwinden

Datenverluste drohen nicht nur durch einen spektakulären Hardware-Crash oder simplen Verlust der entsprechenden Datenträger in mobilen Geräten. Auch falsche Handhabung von Medien, versehentliches Löschen oder ein fehlendes Back-up kann zur Katastrophe führen.

(Foto: Attingo)

Falsche Sparsamkeit mit verheerenden Folgen zeigt sich bei einigen Unternehmen, die auf das Magnetband als Speichermedium setzen. Viele dieser Unternehmen haben Probleme, auf ihre archivierten Magnetband-Daten zuzugreifen und einige der Firmen kommen schließlich gar nicht mehr an ihre abgelegten Daten heran. Das zeigt eine Studie, für die im Auftrag von Datenretter Kroll Ontrack rund 250 deutsche Unternehmen befragt wurden.
Den Spitzenplatz unter den von den Firmen verwendeten Bändern hält das LTO-Format mit fast 90 Prozent Anteil. Dabei nutzen die befragten Firmen ihre Magnetbänder je zur Hälfte zur Archivierung und für ein regelmäßiges Back-up. Mehr als ein Drittel räumt ein, dass sie bereits Schwierigkeiten beim Zugriff auf ihre Magnetband-Daten hatten. Mehr als zehn Prozent konnten schließlich gar nicht mehr auf ihre Archivdaten zugreifen. Oft sind die Firmen an diesen Problemen offenbar selbst schuld. So nutzt ein Drittel die Magnetbänder gefährlich oft, bis sie gegen neue ausgewechselt werden. Mehr als 40 Prozent der Firmen prüfen zu keinem Zeitpunkt den Zustand ihrer Bänder. Darüber hinaus verfügen mehr als 80 Prozent der Unternehmen über Magnetbänder, die älter sind als fünf Jahre und somit eher nicht mehr täglich eingesetzt werden sollten.
Neben der Qualitätssicherung der verwendeten Magnetbänder besteht in vielen Unternehmen außerdem Handlungsbedarf, wenn es um das Archivmanagement geht. So verfügt nur knapp die Hälfte der Unternehmen über eine Indexierung aller auf Bandmedien gespeicherten Daten. Die meisten Firmen ha ben entweder gar keine oder nur eingeschränkte Informationen über den Inhalt oder die Verteilung ihrer Daten auf den Tapes. Besonders peinlich: Bei fast einem Fünftel ist entweder die Original-Software oder die zum Auslesen der Daten erforderliche Hardware gar nicht mehr vorhanden. Eine kurzfristige Wiederherstellung der Tape-Inhalte zur Einhaltung von gesetzlichen oder internen Compliance-Vorgaben ist deshalb nicht mehr möglich.

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