Kosten für Händler bei Kartenzahlung: Girocard-Gebühren können nun verhandelt werden

Bei den Kartenzahlungen in Deutschland dominiert das von der Bankenwirtschaft eingeführte EC-Verfahren. Jetzt können die Gebühren frei verhandelt werden - vielleicht zum Nachteil für kleine Händler.

Die lange Zeit einseitig festgelegten EC-Gebühren werden nun zwischen Händler und Banken verhandelt (Bild: ldprod – Fotolia)
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Die Bundesregierung spricht sich gegen eine Deckelung der Händler-Kosten bei Zahlungen per EC- oder Girocard aus. Die große Koalition stellt sich damit sowohl gegen die EU-Kommission als auch gegen das EU-Parlament. Die europäischen Institutionen wollen die Kosten für Händler bei angenommen Zahlungen per Girocard oder EC-Karte auf europaweit einheitliche Höchstsätze begrenzen. Die Zahlung per EC- oder Girokarte ist laut Bundeskartellamt mit einem Transaktionsvolumen von 128 Milliarden Euro jährlich das mit Abstand führende Kartenzahlungssystem im deutschen Markt. Bis Anfang April diesen Jahres waren die Händlergebühren nicht frei verhandelbar und wurden einseitig von der Kreditwirtschaft festgelegt. Wollten Händler EC-Zahlungen akzeptieren mussten sie 0,3 Prozent des jeweils per Kauf abgewickelten Umsatzes an die Bank abführen, welche die Karte ausgegeben hatte, mit der bezahlt wurde. Die Mindestgebühr pro Transaktion lag bei acht Cent. Die Gebührenhöhe hatte sich seit Einführung des EC-Systems im Jahre 1989 nicht verändert. Zum Vergleich – die aktuell geforderten Höchstsätze der EU liegen bei 0,2 Prozent des Umsatzes beziehungsweise einer Mindestgebühr von sieben Cent.

Insgesamt geht das EHI-Retail Institute von 292 Millionen Euro Girocard-Gebühren aus, die Handelsunternehmen im vergangenen Jahr an die Kreditwirtschaft zahlen mussten. Anders die Mineralölkonzerne. Diese waren 2010 in Deutschland aus der bestehenden Regelung ausgeschert und hatten für ihre Tankstellen günstigere Sonderkonditionen ausgehandelt.

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