Studie des Bundeswirtschaftsministeriums: Deutsches Glasfasernetz kostet 93 Milliarden Euro

Damit man in Deutschland bis 2018 flächendeckend mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde ins Web kommt, müssen noch rund 20 Milliarden Euro investiert werden. Flächendeckend Glasfaser würde bis zu 93 Milliarden Euro kosten.

Glasfaserausbau: Anschluss ländlicher Regionen besonders teuer. (Foto: Deutsche Telekom)

Keine Frage: Schnelle Internetanschlüsse sind längst ein wichtiger Standortfaktor. Damit gerade auch in ländlichen Regionen Webanschlüsse mehr bieten als Schneckentempo, muss aber noch viel Geld in die Hand genommen werden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, kostet der flächendeckende Ausbau für schnelles Internet noch mindestens 20 Milliarden Euro. Diese vergleichsweise kostengünstige Verbesserung der Infrastruktur wird aber nur erreicht, wenn unterschiedliche Technologien zu Einsatz kommen. Dazu gehört auch die Funktechnologie LTE-Advanced. Wird ausschließlich auf die Übertragung mittels Kabel-TV oder Telefonkabel via VDSL-Vectoring gesetzt, klettern die Kosten auf mehr als 34 Milliarden Euro.

Die Zahlen stammen aus einer neuen Studie, die von Experten des TÜV Rheinland und der TU Dresden im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erarbeitet wurde. Ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaserkabel bis zum letzten Bauerhof würde demnach bis zu 93 Milliarden Euro verschlingen.

Massiv kostspielig ist insbesondere der Ausbau auf dem Land. Um Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s zu erreichen, müssen der Untersuchung zufolge für einen Anschluss von 75 Prozent der deutschen Haushalte rund fünf Milliarden Euro investiert werden. Um 95 Prozent der Haushalte anzubinden, müssten weitere sieben Milliarden Euro ausgegeben werden. Die letzten fünf Prozent würden nochmals acht Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Ausschließlich durch private Investitionen der großen Netzbetreiber wird die Bundesregierung die gewünschte Verbesserung der Datenautobahnen nicht erreichen. Als unbestritten gilt im Wirtschaftsministerium, dass einige ländliche Gebiete mittelfristig nur mit dem gezielten Einsatz öffentlicher Mittel an das Breitband-Internet angeschlossen werden können.

Kritiker werfen der Regierung vor, dass es sich im Vergleich zu den ausgegebenen Milliarden zur Bankenrettung um niedrige Investitionen handelt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) bezahlt Deutschland für die Rettung der deutschen Banken eine Summe von bis zu elf Prozent der Wirtschaftsleistung, also rund 290 Milliarden Euro.