Umfrage des Forsa-Instituts: Regierung bereitet Bürger nicht auf digitalen Wandel vor

Die Menschen in Deutschland fühlen sich beim digitalen Wandel von der Bundesregierung stark im Stich gelassen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts.

(Foto: Sony)

83 Prozent der Befragten antwortete mit Nein auf die Frage, ob die Politik die Bevölkerung ausreichend auf das digitale Zeitalter und die damit verbundenen Folgen vorbereite. Nur 11 Prozent der Befragten fühlten sich ausreichend darauf vorbereitet. 71 Prozent vertraten die Ansicht, der Staat kümmere sich eher nicht beziehungsweise überhaupt nicht ausreichend um Angebote für digitale Bildung an den Schulen, nur 19 Prozent waren mit den Angeboten zufrieden.

Das Forsa-Institut hatte für den sogenannten Digitalisierungsmonitor im vergangenen Juni 1007 Bürger über 18 Jahren befragt. Die Umfrage ergab auch, dass die Zahl derjenigen, die mit der Geschwindigkeit des Internets bei sich zuhause nicht so zufrieden oder unzufrieden sind, innerhalb eines Jahres von 23 auf 28 Prozent gestiegen ist.

»Bei der Digitalisierung sind die Menschen in Deutschland viel weiter als die Politik«, sagte der FDP-Vizefraktionsvorsitzende Frank Sitta der Deutschen Presse-Agentur. Die überwiegende Mehrheit schätze den Nutzen der Digitalisierung, bemängele aber zurecht, dass die digitale Infrastruktur in Deutschland hinterher hinke. »Wenn Deutschland im digitalen Zeitalter an der Spitze stehen will, haben wir keine Zeit mehr zu verlieren.« Der Auftrag an die große Koalition sei eindeutig, sagte Sitta: »Wir brauchen endlich einen Netzausbauturbo und ein federführendes Digitalministerium.«