VW, Amazon und Siemens wollen »Industrie Cloud« etablieren: Industrie 4.0-Kooperation der Giganten

Auto-Weltmarkführer VW will mit Hilfe des weltgrößten Cloudanbieters AWS und Siemens als Integrationspartner seine Fabriken samt Fertigungslogistik digitalisieren und so die Kosten senken. Doch das ist noch nicht alles.

(Foto: Volkswagen)

Durchgehende Digitalisierung aller weltweit 122 Fabriken, Einbindung von mehr als 1.500 Zulieferern mit ihren mehr als 30.000 Standorten, so will VW-Chef Herbert Diess Produktion, Disposition und Logistik im VW-Konzern mit seinen zwölf Marken vernetzen und mit Hilfe von Echtzeitdaten erhebliche Kostenvorteile schaffen. Damit will der Autobauer die Produktivität in seiner Fertigung um rund ein Drittel in den kommenden sechs Jahren steigern. Rund 220 Softwarespezialisten von VW, Integrarationspartner Siemens und Cloud-Infrastrukturanbieter AWS sollen bereits an der Cloud-Architektur dieses Mamutvorhabens arbeiten.

Der weltgrößte Autohersteller produziert mehr als zehn Millionen Fahrzeuge im Jahr. AWS, mit einem Umsatz von fast 30 Milliarden Dollar der größte und schnell wachsende Hyperscaler, ist für Diess der bevorzugte Infrastruktur-Partner dieser Automatisierungsoffensive. Siemens wird als Intregrationspartner federführend Maschinen und Anlagen unterschiedlicher Hersteller in den 122 Volkswagen-Fabriken in der AWS-Cloud miteinander vernetzen.

Die globale Präsenz und mehr als 165 IT-Services, darunter Dienste wie KI, IoT, AR und VR, dürften den Ausschlag für AWS gegeben haben. Der Hyperscaler ist mit seinen 61 so genannten »Availability Zones« in 20 Regionen rund um die Welt mit seinen Rechenzentren vertreten. Zwölf weitere Zonen sollen bis Jahresmitte 2020 dazu kommen, so die Pläne von AWS.

Es geht bei dieser Kooperation aber nicht nur darum, lediglich VW den Weg in die Digitale Fabrik zu ebnen. Offenbar denken die Partner größen und wollen langfristig auch anderen Fertigungsunternehmen Zugang zu Industrie 4.0-Szenarien anbieten. Die Rede ist von einer »Industrie Cloud«, eine offene Plattform auf Grundlage der von VW und AWS gesammelten Erfahrungen aus diesem Großprojekt.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Helmut , 08:13 Uhr

Ja, das stimmt: weg von den betrügenden Firmen wie VW (Diesel!) und ihren umweltschädlichen Verbrennern! Besser Tesla oder ein anderes e-Auto :-)

Ja, es lohnt sich, über Cloud und Amazon AWS nachzudenken. Globale Zusammenarbeit hilft Kosten zu senken und Verschwendung zu reduzieren. Lieber etwas Neues erfinden, als anderen nachzulaufen und selbst nachzubauen, was die anderen schon seit Jahrzehnten am laufen haben.

Antwort von Gerald Kaasen , 05:56 Uhr

In Zeiten von DSGVO; und Arbeitsplatzwechsel vom Mitarbeiter im Mittelstand zum Paketwagenfahrer bei Amazon, ist das Unvermögen als Großkonzern in Deutschland mit Partnern ein eigenes Netzwerk aufzubauen, für uns als Mittelstandsunternehmen die Zeit gekommen unseren Fuhrpark von VW auf andere Fahrzeugbauer umzustellen.

Ich kann nur jedem empfehlen ernsthaft über Firmen wie Amazon nachzudenken!!