Systemhausverbund Kiwiko expandiert: »Schnellboot, das um die Tanker kreist«

Mittelständische Systemhäuser wollen und müssen nicht vor der steigendenden IT-Komplexität und dem Fachkräftemangel kapitulieren. Abschottung und Wettbewerbsdenke ist das Gegenteil von dem, was die Netzwerker der Genossenschaft Kiwiko auszeichnet.

»Teamspirit« und neues Mitglied

Kürzlich fand ein erstes Vertriebsmeeting in Kassel statt, an dem 60 Geschäftsführer und Vertriebsverantwortliche teilnahmen. Dort stellten jeweils fünf Gruppen in einer Art Speed-Dating ihre Geschäftsmodelle vor und zeigten anhand von Referenzprojekten ihre Spezialisierungen. Man lobte explizit die partnerschaftliche Atmosphäre, die nicht zuletzt vom genossenschaftlichen Ansatz der Kiwiko getragen wird und auf die Mitglieder positiv abstrahlt. Offenbar gelingt es Jablonski und seinen Mitarbeitern einen »Teamspirit« rüberzubringen und doch ein nötiges Maß an Verbindlichkeit, wie er sagt, zu schaffen - was freilich alles andere als leicht ist. Denn viele Systemhauskooperationen haben ihren Mitgliedern, die ja alle rechtlich selbständige Unternehmen führen, eine übergeordnete Identifikation zu geben versucht. Sie authentisch zu leben, etwa durch eine gemeinsame Dachmarke, schafft indes noch keine Zusammengehörigkeit.

Das schöne Bild, vom »Schnellboot, das um die Tanker kreist«, stammt von Kiwiko-Mitglied Daniel Hayen von SAM Now GmbH. Und es werden immer mehr Schnellboote bei den Genossen. Jüngstes Mitglied ist die INS Systems aus Oberursel. Damit hat der Verbund einen Experten für IBM Power as a Service im Portfolio. Andere Mitglieder können nun vom Know-how der INS profitieren, wie man im Managed Service ein PaaS-Modell aufziehen kann. Zudem ist INS Systems VMware Enterprise-Partner. Eberhard Faust, Geschäftsführer der INS-Gruppe, war von den »sehr heterogen aufgestellten Unternehmen der Kiwiko angenehm überrascht«. Genau das trifft das Lagebild der Systemhausanbieter im deutschen Markt: Die mittelständischen IT-Unternehmen sind hoch spezialisiert und flexibel, allein die Breite und Tiefe im Portfolio fehlt sowie das nötige Fachpersonal, um die vielfältigen Digitalisierungsprojekte der Kunden umzusetzen.

Zählt man übrigens den Marktanteil der großen zehn Systemhaus-Tanker in Deutschland zusammen, kommt man vielleicht auf zehn Prozent. Für die Schnellboote ist also reichlich Potenzial vorhanden, wenn sie im Verbund auf Seereise gehen.

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