CRN-Interview mit Igel Technology-Geschäftsführer Erhard Behnke: »Wir wollen auch das Zugangsgerät zur Cloud bereitstellen«

Nach Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten hat die PC-Krise zuletzt auch den Thin Client-Anbietern zugesetzt. In diesem Jahr erwartet Erhard Behnke, Geschäftsführer des deutschen Marktführers Igel, keine Höhenflüge, aber ein stabiles Geschäft. Neue Themen, wie Cloud Computing und Industrie 4.0, stimmen ihn optimistisch für die Zukunft.

Im Thin Client-Markt deutlich vor den Verfolgern

CRN: Wie hat sich Igel im Thin Client-Markt 2015 geschlagen? Im Vorjahr performte Igel in Deutschland ja sogar noch besser als der Markt und hatte einen Anteil von 30 Prozent.
Behnke: Igel ist in Deutschland leicht unter die 30 Prozent-Marke gerutscht, liegt aber beim Marktanteil immer noch deutlich vor den Verfolgern Fujitsu, HP und Dell.

CRN: Wie ist das Jahr 2016 angelau-fen, was erwarten Sie für das Gesamtjahr?
Behnke: Das erste Quartal 2016 liegt mit dem des Vorjahres in etwa gleichauf. Ich sehe aber positive Tendenzen. Denn es gibt Projekte im Markt – auch
mit fünfstelligen Stückzahlen. Die Investitionsbereitschaft der Firmen ist also definitiv da.

CRN: Aus welchen Branchen kommt das Wachstum?
Behnke: Das sind zum einen unsere klassischen Branchen Government und Healthcare. Wir haben im ersten Quartal 2016 aber auch schöne Projekte im Retail gewonnen. Unser Branchenfokus mit Key Accountern generiert uns gute Geschäfte.

CRN: Was bringen neue Themen wie Industrie 4.0/IoT für den Thin Client-Markt?
Behnke: Wir sind sehr engagiert bei Industrie 4.0 sowohl im Hardware- wie Software-Bereich und auch kontinuierlich im Gespräch mit unseren Kunden, was wir hier anbieten können. Einer der interessantesten Bereiche ist Cloud Computing. Hier wollen wir im zweiten Halbjahr weitere Produkte und Lösungen für Service Provider vorstellen. Denn wir wollen in Zukunft nicht nur das Endgerät, sondern auch das Zugangsgerät bereitstellen.

Die Service Provider möchten ihren Kunden gerne Software-as-a-Service anbieten, wie beispielsweise Managed Workplace-Lösungen aus der Cloud. Dafür wollen wir sie mit entsprechender Software und Zusatz-Modulen unterstützen. Wir haben Ende letzten Jahres schon damit angefangen, neue Software-Produkte zu entwickeln, die wir aktuell bereits über unsere Software-Plattform anbieten.

Übersicht