Ausbau des Security- und Kubernetes-Geschäfts: VMware kauft Carbon Black und Pivotal

Fast fünf Milliarden Dollar lässt sich VMware die Übernahmen von Carbon Black und Pivotal kosten. Beide sollen den Virtualisierungsspezialisten in strategisch wichtigen Bereichen verstärken.

VMware-CEO Pat Gelsinger
(Foto: VMware)

Mit einem Umsatzplus von 12 Prozent auf 2,44 Milliarden Dollar hat VMware sein zweites Geschäftsquartal 2020 abgeschlossen. Zwei Übernahmen, die der Hersteller parallel dazu ankündigte, sollen zudem den Weg für weiteres Wachstum ebnen. Für 2,1 Milliarden Dollar schnappt VMware sich den Security-Anbieter Carbon Black und für 2,7 Milliarden Dollar holt man Pivotal zurück, das hinter der Cloud-Plattform »Cloud Foundry« steckt und 2012 eine gemeinsame Ausgründung von EMC und VMware war. »Unsere Cloud-Strategie und unser starkes Wachstum mit Hybrid Cloud und SaaS wird sich beschleunigen, nun da wir Pivotal und Carbon Black ins Portfolio einbringen«, erklärte Finanzchef Zane Rowe.

Pivotal ist für VMware nicht nur wegen seiner Entwicklungstools und Cloud-Plattformen interessant, sondern auch wegen seiner Lösungen rund um die beliebte Container-Orchestrierungsplattform Kubernetes. In dieses Business hatte VMware zuletzt kräftig investiert, unter anderem durch die Übernahme von Heptio, das zwei der wichtigsten Kubernetes-Entwickler gegründet hatten. VMware und Pivotal arbeiten zudem schon länger zusammen, unter anderem beim »VMware Pivotal Container Service«.

»Kubernetes entwickelt sich zum De-Facto-Standard für moderne Multicloud-Apps«, sagte VMware-CEO Pat Gelsinger und betonte, die Kombination aus den Lösungen beider Unternehmen würde es Kunden erleichtern, solche modernen Apps zu entwickeln, zu betreiben und zu verwalten – unabhängig von der App selbst, der genutzten Cloud oder den Geräten auf Anwenderseite.

Mit Carbon Black, das 2002 gegründet wurde und eigenen Angaben zufolge weltweit etwa 5.600 Kunden hat, stärkt VMware zudem sein Security-Business. Der Sicherheitsspezialist, der erst vor anderthalb Jahren an die Börse gegangen war, bietet eine Cloud-Plattform für den Schutz von Endpoints, die Bedrohungen mit Hilfe von Big Data beziehungsweise durch die Analyse von Ereignissen und Verhaltensmustern aufspüren soll. Mit Unterstützung durch VMware und auch Dell dürfte Carbon Black nun schnell weitere Kunden und Partner gewinnen.

»Die Security-Industrie ist kaputt und ineffektiv mit zu vielen fragmentierten Lösungen und keiner übergreifenden Plattformarchitektur«, so Gelsinger. Mit Carbon Black in der VMware-Familie mache man nun einen großen Schritt nach vorn im Bestreben, eine einheitliche Plattform zum Schutz von Workloads, Anwendungen und Netzwerken liefern zu können.