Kiwiko-Vorstand Matthias Jablonski im CRN-Porträt: »Die 35. Einkaufskooperation? Bescheuert!«

Mehr denn je brauchen Systemhäuser Verbundgruppen. Nicht unbedingt als Einkaufsmacht, sondern als Märkte-Öffner. Neudeutsch sind dafür »Business Enabler« zuständig. Matthias Jablonski ist ein solcher Gestalter und Netzwerker.

»Ich fühle mich jünger«

»Sehr wohl«, sagt Jablonski, wenn gewisse Voraussetzungen stimmen, die Systemhäuser bei anderen Netzwerken nicht erfüllt sehen: Kein Herstellermarketing auf Events, kein nur passives Abgreifen von Know-how anderer Mitglieder, statt Konkurrenzdenke eine Atmosphäre des
Vertrauens, vielleicht sogar ein freundschaftliches Miteinander zu erreichen, wie es unlängst die 13 Teilnehmer eines Führungskräfte-Meetings von Kiwiko auf einer Berghütte in der Rhön erlebt hatten.

»Wir wollen Berührungsängste auch bei der zweiten Riege der Führungskräfte abbauen«, sagt Kiwiko-Vorstand Jablonski. Mehr als rund 70 Partner würde dieser Geist der Systemhaus-Genossenschaft, wie ihn der Manager beschwört und lebt, wohl nicht vertragen. »Wir haben Partner auch schon abgelehnt, aus ethischen Gründen«, zeigt er sich konsequent. Die Rechtsform der Kiwiko sei dafür ideal: In einem von Genossen aktiv getragenen Systemhaus-Netzwerk ohne primäre Gewinnerzielungsabsicht sei die Verbindlichkeit höher.

Und ein solches Startup wirkt offenbar nicht nur bei tatkräftigen Genossen wie ein Jungbrunnen. Aus diesem schöpft auch der 58-jährige Matthias Jablonski: »Ich fühle mich viel jünger«. Und das, obwohl er nach dem »sehr aufwendigen Prüfverfahren« einer Genossenschaftsgründung eigentlich um Jahre gealtert sein müsste. »Nie wieder würde ich eine Genossenschaft gründen«, sagt er. Jetzt liegt der Ball bei den Kiwiko-Genossen, ihrem Vorstand den Schmerz eines jeden Neuanfangs vergessen zu machen. Gemeinsam im Team werden sie es ganz bestimmt schaffen.

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