Stationäre Händler holen auf – dank Amazon: Amazon dominiert den deutschen Online-Handel

Der deutsche Online-Markt wächst weiter zweistellig und macht mittlerweile fast zehn Prozent des gesamten Einzelhandels aus. Stationäre Händler konnten zuletzt im Internet stärker zulegen als klassische Webshops – vor allem dank Amazon Marketplace. Auf diesen und Amazons eigenes Angebot entfällt fast die Hälfte des hiesigen Online-Umsatzes.

Marktplätze für den Fachhandel

Auch wenn die reinen Online-Händler die stärksten Player im Internet sind, so konnte doch der stationäre Fachhandel im vergangenen Jahr dort erstmals mehr zulegen als diese – und zwar um 12,8 Prozent. Die reinen Webshops verzeichneten dagegen ein Wachstum von 10,8 Prozent. Der stationäre Fachhandel profitierte dabei vor allem von den Verkaufsplattformen von Amazon und Ebay, über die er seine Waren oftmals vertreibt. Damit trägt er allerdings auch zur Amazon-Dominanz im deutschen Online-Handel bei: Über die hiesige Website des US-Konzerns werden 46 Prozent der Online-Umsätze generiert: 21 Prozent über amazon.de und 25 Prozent über den Marketplace. Knapp die Hälfte dieser 25 Prozent, so schätzt der HDE, komme von stationären Fachgeschäften.

Diese haben online einen Umsatzanteil von 31,8 Prozent und sind damit nach ihren Konkurrenten mit Online-DNA, die auf 38,7 Prozent kommen, die Nummer zwei im Markt. Die klassischen Versender landen mit 20,3 Prozent auf dem dritten Rang. Diese Mischung spiegeln auch die Top 5 der größten deutschen Online-Händler wieder: amazon.de vor otto.de, mediamarkt.de, zalando.de und saturn.de.

Smartphone wird Shopping-Alltag

Das Wachstum im Online-Markt hält an, weil nicht nur die Zahl der Online-Shopper weiter zulegt, sondern auch die Pro-Kopf-Ausgaben steigen. Besonders groß sind die Zuwächse bei den Älteren, die offensichtlich Gefallen am Einkauf im Internet finden. Durchschnittlich gab jeder Online-Shopper im vergangenen Jahr 1.274 Euro im Web aus – 47 davon für Lebensmittel. Überdurchschnittlich hoch waren die Ausgaben im Süden der Republik sowie in Berlin und Hamburg, während im Osten sowie in Schleswig-Holstein und Hessen eher weniger ausgegeben wurde. Verantwortlich dafür sind dem HDE zufolge aber nicht nur regionale Kaufkraftunterschiede, sondern auch die Altersstruktur der Bevölkerung und die Verfügbarkeit von schnellem, auch mobilem, Internet. Immerhin werden schon 30 Prozent des Online-Umsatzes durch Käufe mit dem Smartphone erzielt.

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