Sparmaßnahme im Printing-Segment: VW schafft den Farbdruck ab

Um laufende Kosten zu sparen, will Volkswagen mit harten Vorgaben die Zahl der Farbausdrucke um mehr als 90 Prozent reduzieren.

Für die meisten VW-Mitarbeiter wird die Druckerwelt wieder Schwarz-Weiß
(Foto: Santi Rodríguez - AdobeStock)

Volkswagen muss in den nächsten Jahren Milliarden in die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für E-Mobilität und autonomes Fahren investieren und hat sich deshalb jüngst einen harten Sparkurs verordnet. So sollen etwa die Produktion durch eine enge Zusammenarbeit mit Siemens und AWS deutlich effizienter, die Modellpalette ausgedünnt und bis zu 7.000 Mitarbeiter entlassen werden. Auf der Suche nach weiteren Einsparpotenzialen hat das VW-Management jetzt außerdem die Druckkosten im Unternehmen als lohnenswerten Ansatzpunkt entdeckt. Denn mit über 140 Millionen Ausdrucken alleine in den fünf deutschen Werken und Standorten Braunschweig, Emden, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg war der Konzern im vergangenen Jahr meilenweit vom papierlosen Büro entfernt. Deshalb sollen jetzt auch hier die Sparschrauben deutlich angezogen werden.

Neben einer angestrebten grundsätzlichen Reduktion des Druckvolumens geht es dem Management dabei vor allem um farbige Ausdrucke, die aufgrund des Einsatzes von vier Farben im Durchschnitt auch etwa viermal so teuer sind wie monochrome. Fast jede zweite gedruckte Seite bei VW war bisher farbig. Viel zu viel, finden die Verantwortlichen und reagierten deshalb jetzt mit einem harten Schnitt. Seit Anfang des Monats wurde bei fast allen entsprechenden Druckern und Kopierern die Farbfunktion entweder ganz deaktiviert oder auf wenige Nutzer beschränkt, die sie unbedingt benötigen. Neue Farbdrucker und -kopierer sollen möglichst nicht mehr angeschafft werden. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil der Farbdrucke auf unter fünf Prozent am gesamten Druckvolumen zu senken.

Kommentare (8) Alle Kommentare

Antwort von Peter , 08:16 Uhr

Ich finde es generell nicht gut, daß in vielen Unternehmen an der Basis und bei "Normalo"-Mitarbeiten knallharter Sparkurs verordnet wird, währen die sogenannten Top-Manager zu ihren sowieso schon sehr hohen Bezügen on Top noch Boni bekommen, die manchmal nicht nachvollziehbar sind.

Antwort von Papiersparer , 08:06 Uhr

Gut so. Der Zwang zum schwarz-weiß-Druck wird dazu führen, das z. B. Präsentationen mit dem Laptop ausgeführt werden und nicht mehr mit Papier und einem Overhead-Gerät. Menschen im Rudel reagieren leider nur auf Zwang. Überall!

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Antwort von Papiersparer , 15:12 Uhr

Naja, ich wage jetzt zu bezweifeln, daß irgendwo im VW-Konzern noch sowas wie ein Overhead-Gerät rumsteht. Sowas findet man glaub ich nur noch in unseren hochqualifizierten und modernst ausgestatteten Bildungsstätten.

In meinen Augen wieder mal BWL- und Controller-Kindergarten…..

Antwort von TschTschi , 18:47 Uhr

Wie krank ist das denn? Kein Farbdruck mehr, aber jährlich den Mitarbeitern hohe Erfolgsbeteiligungen hinterher schmeißen. Typisch Deutschland.

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Antwort von Pepe , 10:11 Uhr

Was hat denn der Farbdruck mit einer Erfolgsbeteiligung zu tun?

"…hinterher schmeißen…" Spricht da der Neid?

Wo ist das Problem, dass ein Tarif-Mitarbeiter einen mittleren vierstelligen Betrag als Beteiligung bekommt? Ist das hoch? Oder eher angemessen? Was ist die alternative?

Dass den ganzen Gewinn nur die Aktionäre bekommen?

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Antwort von Ole , 20:03 Uhr

Sie schreiben "Spricht daa der Neid",

und nur 25 Wörter weiter spricht der Neid aus Ihnen

"Dass den ganzen Gewinn nur die Aktionäre bekommen?"

Nun mal im Ernst, es ist schon pervers, 7000 Mitarbeiter entlassen zu wollen, um dann aus den gesparten Ausgaben u.a. die Boni für den verbliebenen Rest zu bezahlen. Armes Deutschland