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Führen in Zeiten von Corona

»Wir als Kyocera-Team schaffen das«

01. April 2020, 12:59 Uhr   |  Martin Fryba

»Wir als Kyocera-Team schaffen das«
© Kyocera

Führen per Webex-Meeting: Kyocera-Chef Dietmar Nick

Nur keine Krisenstimmung, sondern Mut machende, ehrliche Kommunikation ist jetzt gefragt. Die Botschaft fällt Kyocera-Chef Dietmar Nick nicht schwer, die Methode indes mag er nicht. Zu Besuch bei einem Remote-Motivator im Home Office.

Der Chef im einstündigen Live-Stream, einem solchen Monolog durften, besser: mussten schon viele Angestellte einmal folgen. Webex-Meetings dagegen dürften doch auch für viele in der IT-Branche Neuland sein. Die Gefahr bei dieser Cisco-Videokonferenzlösung: »Dank« Interaktivität erfordert Webex, wie früher im Matheunterricht, erhöhte und stetige Aufmerksamkeit - vor allem bei allmählich in das Zwischenreich abgleitenden Zuhörern.


Nun ist Dietmar Nick kein Anästhesist, sondern Chef von Kyocera Document Solutions Deutschland. Auch hat der Top-Manager des Druckerherstellers keinerlei Ehrgeiz, Fidel Castros Rekordrede von 1960 (4 Stunden, 29 Minuten) zu übertreffen. Kürzlich hat er ein Webex-Meeting mit 208 Mitarbeitern gehabt. Die erste Frage, die einem neugierigen Journalisten durch den Kopf geht, ist nicht etwa die, um was es da gegangen ist, sondern vielmehr, wie die Video-Session mit so vielen Mitarbeitern technisch und organisatorisch ablief? Wir rufen, ganz klassisch, per Telefon bei Dietmar Nick an.


 »Technisch sehr stabil, einigen Mitarbeitern musste ich sagen, sie sollen sich nicht telefonisch, sondern  bitte per Videobild zuschalten. Die Display-Anordnung gibt mir allerdings Rätsel auf«, sagt der Kyocera-Chef. Mittlerweile die dritte Woche sitzen er und alle seine Mitarbeiter im Home Office. Der Ernstfall ist schneller eingetreten als man bei Kyocera vor zwei Jahren noch dachte.

Da hatte sich der Druckerhersteller in Meerbusch nämlich präventiv auf einen Katastrophenfall vorbereitet und alle möglichen Szenarien durchgespielt -  bis hin zu Gehaltszahlungen, wenn keine Banküberweisungen möglich wären. Schallend gelacht hätten sie alle bei »Kyo«, hätte man ihnen da gesagt, der Chef kann euch alle, die ihr im Home Office seid, virtuell steuern.


Nun ist der Ernstfall früher als befürchtet eingetreten, von schlechter Stimmung oder gar Lähmung kann aber keine Rede sein. Im Gegenteil. Sogar zur Webex-Kaffeepause trifft man sich täglich und spricht sich Gegenseitig Mut zu: »Wir als Kyocera-Team schaffen das schon!«

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1. »Wir als Kyocera-Team schaffen das«
2. Kein Grund, ängstlich zu sein

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