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Acht Tage statt acht Wochen

Rapid Prototyping aus dem 3D-Drucker

27. April 2020, 12:58 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Rapid Prototyping aus dem 3D-Drucker
© FIT

FIT hat das Werkzeug für den Spritzguss dieses Gesichtsvisiers aus dem 3D-Drucker hergestellt

Die FIT Additive Manufacturing Group liefert Gesichtsvisiere als Bausatz. Rapid Prototyping hat das Design des vor Tröpfcheninfektion schützenden Visiers erheblich verkürzt. Experten warnen vor gefährlichen Gesichtsmasken aus dem 3D-Drucker.

Flexibilität und Schnelligkeit zeigt in diesen Tagen der Fertigungsspezialist FIT Additive Manufacturing Group aus Lupburg aus der Oberpfalz. Für sein Gesichtsvisier hat der 3D-Druck-Spezialist eine leichte und nach eigenen Angaben angenehm zu tragende Visierhalterung aus Kunststoff entwickelt. Um den Nachschub in notwendigen Stückzahlen in der kürzestmöglichen Zeit gewährleisten zu können, werde die Visierhalterung mit einem 3D-gedruckten Werkzeug im klassischen Serienspritzguss in Serie hergestellt.


Normalerweise dauert die Entwicklung eines solchen Werkzeugs für den Spritzguss acht Wochen. Doch was ist in diesen Zeiten schon normal? FIT hat es dank des 3-D-Drucks in acht Tagen geschafft. »So wollen wir einen Beitrag leisten, dass die Menschen an der vordersten Frontlinie vor Ansteckung geschützt werden«, unterstreicht FIT-Chef Carl Fruth.


Das Gesichtsvisier ist laut FIT für für den medizinischen Einsatz geeignet, ebenso wie für den Schutz des Personals im Einzelhandel. Seit dieser Woche dürften Läden bis 800 qm Fläche wieder öffnen. Beim Einkaufen herrscht ab heute Maskenpflicht für Personal und Kunden.


Die laut FIT undurchlässige Barriere des transparenten Schutzschildes befindet sich direkt vor dem Gesicht ihres Trägers und soll so die Tröpfchenübertragung durch das Husten oder Niesen verhindern. Damit mindert es das Ansteckungsrisiko sowohl für den Träger selbst als auch für dessen Umgebung.


Es besteht aus einem einfach zu desinfizierenden Visierträger in ergonomischem Design aus hochwertigem und hautverträglichen Polyethylen (PE), der mit einer transparenten auswechselbaren Schildfolie bestückt und mit einem Gummiband um den Kopf befestigt wird. Lieferzeit für den Bausatz: Aktuell zwei bis drei Tage, verspricht FIT auf seiner Webseite.


Gefährliche Ausdünstungen
Angesichts einer wahren Flut von Angeboten für Schutzmasken aus dem 3-D-Drucker, die vor allem im Internet angeboten werden,  warnen Experten vor allzu sorgloser Verwendung von medizinischen Hilfmitteln ohne entsprechende Zertifizierung als Medizinprodukt. Nicht geeignete Materialien können gesundheitgefährdende Emissionen frei setzen. »Am Ende sterben die Menschen nicht am Corona-Virus, dafür möglicherweise an den Ausdünstungen der Supplements«, warnt 3D-Labs-Chef Gerhard Duda im Interview mit dem Fachmagazin Econo.

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