Schwerpunkte

Jörg Hartmann übernimmt

Konica Minolta entlässt Deutschland-Chef

11. November 2019, 16:36 Uhr   |  Martin Fryba

Konica Minolta entlässt Deutschland-Chef
© Konica Minolta

Jörg Hartmann steht nun an der Spitze der deutschen und österreichischen Landesgesellschaften von Konica Minolta. Mit japanischen Konzernen hat er viel Erfahrung.

Knall auf Fall trennt sich Konica Minolta von seinem Deutschland-Chef Johannes Bischof. Man fragt sich ohnehin, wieso erst jetzt? Nachfolger Jörg Hartmann ist ein Manager mit ganz anderem Format.

Trennung ohne Ansage, stattdessen verliert Konica Minolta in Deutschland und Österreich den langjährigen Chef Johannes Bischof. Der stand seit Mai 2000 im Dienst des japanischen Konzerns, wurde jetzt »mit sofortiger Wirkung« aller seiner Ämter entbunden. Offenbar ist es Bischof nicht gelungen, den im Names des Druckerherstellers verankerten Fokus gerecht zu werden, Konica Minolta auch zu einen IT-Anbieter von »Business Solutions« zu transformieren.


Mit dem Workplace Hub zielt der Hersteller auf moderne Arbeitsplatzkonzepte, IoT, Datenbrillen sowie Sensoren sollen Konica Minolta helfen, als Digitalisierungsexperte im industriellen Umfeld anerkannt zu werden. Wie alle Druckerhersteller muss sich auch Konica Minolta im stagnierenden Kernmarkt neu erfinden und tut das auch.


Der Umbau vom Druckerhersteller zum Service Provider ist freilich nicht in wenigen Jahren zu schaffen. Doch bei Konica Minolta Business Solutions hierzulande schleppt  sich die Transformation nun schon über eine Dekade hin.
Dabei sah es 2013 vielversprechend aus, als der Konzern europaweit auf Einkaufstour ging und unter anderem das Eigentümer geführte Systemhaus Raber + Märcker übernahm. Damals sprachen die Akteure gegenüber CRN noch von einer »schwäbisch-japanischen Liebeshochzeit«. Doch schon kurz danach war von Liebe keine Spur mehr. Die geschäftsführenden Gesellschafter wurden herausgedrängt, die zugesagte Eigenständigkeit blieb ein Lippenbekenntnis. Bischof hatte, wie man aus Insiderkreisen hört, hier viel Porzellan zerschlagen.


Das war alles vor der Zeit von Jörg Hartmann. Der langjährige Fujitsu-Manager stieß genau vor einem Jahr als COO zu Konica Minolta und ist nun Bischofs Nachfolger. Das kann dem japanischen Konzern eigentlich nur gut tun, wenn Hartmann die Belegschaft mitnimmt auf die Reise in die digitale Transformation, die er nun »deutlich intensivieren« will.


Im Gegensatz zu seinem Vorgänger bringt dieser Manager das Format mit, Teams zu integrieren, zuzuhören, erklären zu können und sich nicht selbst bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund spielen zu müssen. Man muss sich eher wundern, dass einem so selbstsicheren Johannes Bischof die Fähigkeit zur Konsensbildung eigentlich fehlte, die in einem japanischen Konzern auch heute noch zwingend notwendig ist.


Wenn Hartmann nun durchaus großen Respekt vor der neuen Verantwortung hat, dann ist das ein gutes Zeichen für die Zäsur bei Konica Minolta in Deutschland und Österreich, die mit der personellen Neubesetzung an der Spitze einhergeht.

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