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Digitalisierung erwischt Druckermarkt

IDC: Drucker-Verkäufe massiv eingebrochen

13. Februar 2020, 11:16 Uhr   |  Michaela Wurm

IDC: Drucker-Verkäufe massiv eingebrochen
© zefart - Fotolia.com

Der Markt für Drucker-Hardware beendete das Jahr 2019 noch schwächer als erwartet. Im vierten Quartal 2019 brachen die Verkaufszahlen in den westeuropäischen Ländern zweistellig ein. Das schlug auch auf das Gesamtjahresergebnis 2019 durch. Als Ursache sehen die Analysten die Digitalisierung.

Den aktuellen Marktzahlen von IDC zufolge ging der westeuropäische Markt für Drucker und Multifunktionsgeräte (MFP) im 4. Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent nach Stückzahlen zurück. Verkauft wurden laut IDC insgesamt 5,09 Millionen Geräte.
Dies bedeutete, dass der Gesamtmarkt in Westeuropa im Jahr 2019 um 1,25 Millionen Einheiten zurückging. Die IDC-Analysten führen das hauptsächlich auf den Rückgang  bei Consumer-Tintenstrahldruckern zurück, wobei auch die Verkaufszahlen bei Laserdruckern zurückgingen. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr betrug 2019 minus 6,3 Prozent. Dies spiegelt einige der Haupttrends wider, die auch den Druckermarkt verändern, wie zum Beispiel die Digitalisierung. Diese negativen Wachstumsraten werden sich laut IDC deshalb auch nicht umkehren.

Tinte ist laut IDC immer noch die wichtigste Wahl bei Privatkunden und hat auch eine solide Durchdringungsrate im Büroumfeld. Trotzdem sehen die Analysten die langfristigen Aussichten für Tinte insgesamt negativ. Im vierten Quartal 2019 schrumpfte der Markt für Tintenstrahldrucker um 8,4 Prozent, wobei der stärkste Rückgang im Consumermarkt zu verzeichnen war. Bei einer Gesamtauslieferungszahl von 12,6 Millionen Einheiten im Jahr 2019 schrumpfte der Markt gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent.


Die Verkäufe von Lasergeräten sahen nicht viel besser aus. Sie gingen im 4. Quartal 2019 um 7,7 Prozent zurück. Im Gesamtjahr  2019 wurden 5,8 Millionen Laserdrucker abgesetzt, ein Rückgang von 5,8 Prozent. Rückläufig waren dabei sowohl die Monochrom- als auch die Farbgeräte. Vor allem aber traf es Einzelfunktionsdrucker.
Auch die Auslieferungen von Punktmatrixdruckern gingen zweistellig zurück ebenso die der Hochgeschwindigkeits-Produktionstintenstrahldrucker.

»Die Auslieferungszahlen lügen sicher nicht«, erklärt Phil Sargeant, Programmdirektor der IDC-Gruppe Western European Imaging, Hardware Devices, and Document Solutions von IDC. »Die westeuropäischen Hardcopy-Märkte sind im Rückgang begriffen. Mit einem Rückgang der Lieferungen im Jahr 2019 um 1,25 Millionen Stück gibt es eindeutig veränderte Druckgewohnheiten im privaten und geschäftlichen Bereich, und viele Anbieter bemühen sich nun darum, durch erneute Innovationen, Übernahmen und nicht zum Kerngeschäft gehörende Einnahmequellen einen größeren Marktanteil zu gewinnen.«

Von zweistelligen Rückgängen waren im vierten Quartal 2019 die meisten Länder in Westeuropa betroffen. Das schlechte Jahresendquartal resultierte in den meisten Fällen auch in einem negativen Wachstum für das Gesamtjahr 2019.
Für den deutschen Markt ermittelt IDC im vierten Quartal 2019 einen Absatzeinbruch von 12,4 Prozent mit zweistelligen Einbußen in allen Produktsegmenten. Für das Gesamtjahr 2019 ergab das einen Rückgang von 8,5 Prozent bei insgesamt 4,34 Millionen verkauften Druckern im größten westeuropäischen Absatzmarkt. Einen echten Zuwachs gab es laut IDC nur bei Farb-Multifunktionsgeräten. Der Absatz von Schwarzweiß- und Farb-MFPs zusammen macht laut IDC bereits 61 Prozent  am Gesamtabsatz von Laserdruckern aus.

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