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Also-MPS-Geschäftsleiterin im Gespräch

»Hersteller teils aggressiv im ­Direktvertrieb«

19. November 2015, 07:00 Uhr   |  Folker Lück

»Hersteller teils aggressiv im ­Direktvertrieb«
© Also

Ivonne Schlottmann

Im Gespräch mit CRN ärgert sich Ivonne Schlottmann, Geschäftsleiterin Also MPS GmbH, über Dumpingpreise, mit denen einige Hersteller dem Channel Schaden zufügen und freut sich dennoch über ein insgesamt sehr erfolgreiches Geschäftsjahr.

Nach der Übernahme von Druckerfachmann.de durch die damalige Also-Actebis startete der Broadliner im Februar 2012 sein MPS-Webportal. Der Distributor sah sich damals als Pionier im Markt, der den Fachhandel mit seinem Angebot dazu befähigt, unter eigenem Namen und herstellerübergreifend profes­sionelle MPS-Dienstleistungen und -Tools anzubieten. Inzwischen hat sich die Also MPS GmbH im B-2-B -Printingmarkt fest etabliert. Das ursprüngliche Ziel, ein MPS-Dienstleistungsangebot für das gesamte Channel-Spektrum zu schaffen, ist zwar nicht gelungen. Dennoch erreicht Also eine wachsende Klientel, so dass Ivonne Schlottmann, Geschäftsleiterin von Also MPS, insgesamt zuversichtlich ins Jahr 2016 blickt.

Ein Dorn im Auge ist ihr der zunehmend aggressive Direktvertrieb einzelner Druckerhersteller, der die vielbeschworene, enge Zusammenarbeit mit Fachhandelspartnern zum bloßen Lippenbekenntnis werden lässt.

CRN: Wie stellt sich aus Ihrer Sicht der Druckermarkt im Herbst 2015 dar?

Schlottmann: Allen Unkenrufen zum Trotz sind wir noch sehr weit davon entfernt, dass sich das papierlose Büro durchsetzt. Der Druckermarkt wächst sogar in Teilbereichen. Insgesamt stagniert der Markt aber und es ist ein Rückgang der Druckvolumina zu erkennen. Wenn wir auf das für Fachhändler und Systemhäuser interessante Segment der Drucker für Geschäftskunden blicken, dann ist aktuell folgendes zu beobachten: Einerseits können
sich die Händler freuen, weil es eine ganze Menge Anfragen und konkrete Projekte gibt. Andererseits ist der Markt schwierig, weil sich viele Projekte von der Anfrage bis zur Umsetzung lan-ge hinziehen.
Der Bereich ist darüber hinaus extrem preisgetrieben, die Händler müssen sich auf lange und harte Preisverhandlungen einstellen. Erschwert wird die Situation durch einige Hersteller, die teils sehr aggressiv als Direktanbieter unterwegs sind und hier mit Dumpingpreisen agieren, bei denen Händler nur schwer mithalten können. Das halte ich für eine ungesunde Entwicklung. Insgesamt rechne ich im Druckermarkt mit einer weiteren Konsolidierung.

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1. »Hersteller teils aggressiv im ­Direktvertrieb«
2. Zahl der abgeschlossenen Verträge verdoppelt
3. Modular aufgebautes Angebot

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