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Einzelhändler wehrt sich gegen Beratungsdiebstahl

23. Oktober 2019, 09:04 Uhr   |  

Einzelhändler wehrt sich gegen Beratungsdiebstahl
© Adobe Stock/Tyler Olson

Erst beraten lassen, dann online Preis checken und schließlich im Internet billiger kaufen - das kennen vierle Händler schon lange

Kann der Einzelhandel mit einer Beratungsgebühr am Point of Sale den Kampf gegen Amazon & Co gewinnen? Ein Händler in Braunschweig riskiert es.

Mit einer Gebühr will ein Braunschweiger Geschäftsinhaber verhindern, dass Kunden sich gratis bei ihm informieren und dann im Internet bestellen. »Wegen erhöhtem Beratungsdiebstahl sehen wir uns gezwungen, ab sofort eine Beratungsgebühr von 10 Euro zu erheben«, steht auf einem Schild in dem Geschäft für Maschinen, Werkzeuge und Elektrogeräte in der Innenstadt.

»Zu 99 Prozent sind die Rückmeldungen positiv«, sagte Inhaber Jürgen Weferling. Auf der gerade beendeten Einkaufsmesse Infa in Hannover sei er oft auf die Maßnahme angesprochen worden. Ein Bericht der Braunschweiger Zeitung über die seit Beginn des Jahres laufende Aktion habe auch zu viel bestärkendem Feedback geführt. Also bleibt der Geschäftsmann bei der Gebühr, die er aber eher als Hinweis für die Kunden versteht, mit dem Thema sensibler umzugehen.

Verbraucherschützer zeigen Verständnis, stellen aber den Erfolg infrage: »Möglicherweise weicht manch ein Kaufinteressent auf größere Ketten aus, die es nicht nötig haben, eine Beratungsgebühr zu erheben«, sagte Mona Semmler von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. »Beratungsdiebstahl« wurde laut niedersächsischer Industrie- und Handelskammer (IHKN) in den Anfängen des Online-Handels von stationären Händlern häufiger als Problem benannt, hat sich inzwischen aber relativiert.

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