So geht es mit Raber+Märcker weiter: Schwäbisch-japanische Liebeshochzeit

In ganz Europa geht Konica Minolta auf Einkaufstour, in Deutschland fiel die Wahl auf das Stuttgarter Systemhaus Raber+Märcker.

Uwe Brand (links) und Hansjörg Schäfer haben 80 Prozent ihrer Anteile an Konica Minolta verkauft (Foto: Raber+Märcker)

Uwe Brand war überrascht, aber auch geschmeichelt, als in diesem Sommer das Kaufangebot von Konica Minolta plötzlich auf seinem Schreibtisch lag. »Wir hatten keinen Verkauf geplant, denn es geht uns heute besser als jemals zuvor«, sagte der Geschäftsführer und Mitinhaber von Raber+Märcker gegenüber CRN. Genau das dürfte der Grund sein, warum das Stuttgarter Systemhaus mit seinen 300 Mitarbeitern ins Visier der von Konica Minolta (KM) eingeschalteten M&A-Berater geriet. Das Portfolio – Consulting, ERP- und DMS-Expertise – passt in die internationale Strategie der Japaner, durch Akquisitionen das eigene Lösungsgeschäft schnell auszubauen. Jüngste Übernahme zur Stärkung des IT-Geschäfts: Konica Minolta hat den britischen Print-Spezialisten Charterhouse PM Limited mit 240 Mitarbeitern gekauft.

Der japanische Mischkonzern bevorzugt bei seiner Einkaufstour mittelständische IT-Häuser, so wie Raber+Märcker, die außerdem Inhaber geführt sind und bleiben sollen, auch wenn die einstigen Herren im Haus, Uwe Brand und Hansjörg Schäfer, nun unter neuer Mehrheit arbeiten. Immerhin behalten sie 20 Prozent der Anteile und werden weiter die Geschicke des Systemhauses leiten. »Es war eine Liebeshochzeit, keine Zwangsehe«, betont Brand. Allerdings kennt Brand, der seit über einem Vierteljahrhundert (!) Raber+Märcker gestaltet, die Systemhausbranche und ihre Konsolidierungswellen bestens. »Die Bereinigung wird sich weiter beschleunigen«, sagt Brand. Dafür sorgen schon die im Print- und Dokumentenmanagement traditionell dem Produktgeschäft verhafteten Hersteller von Druckern und Kopierern.

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