Vom Seitenpreiskonzept zum Workplace as a Service: MPS wird zu XaaS

Managed Printing Services sind im Druckermarkt seit vielen Jahren akzeptiert. Mittlerweile haben sich die Supplies-Abos zu umfassenden DMS-Lösungen weiterentwickelt, die den ganzen Dokumentenlebenszyklus einbeziehen. Der nächste Schritt ist die Integration in umfassende digitale Workplace-Konzepte, die von immer mehr Unternehmen nachgefragt werden.

»Es geht nicht mehr primär ums Drucken«

Marcus Mauch, Director Sales bei Ricoh Deutschland
(Foto: Ricoh)

Was diese Weiterentwicklung für die Hersteller und vor allem ihre Partner bedeutet, bringt Hartmann auf den Punkt: »Die meisten Kunden binden die Infrastruktur in eine Gesamtlösung ein, dafür brauche ich IT-Kompetenz. Die kann ein Hersteller selbst aufbauen oder zukaufen.« Konica Minolta hat das ganz massiv in den letzten Jahren getan. Die bekannteste Übernahme war vor einigen Jahren der Partner Raber + Märcker, der seit 2018 als Konica Minolta IT Solutions als eigene GmbH firmiert und aktuell als neue Business Unit in den Konzern integriert wurde. »Wir sind ein IT Solutions Provider«, betont Hartmann.

Auch Drucker-Spezialist Ricoh sieht sein Geschäft heute in erster Linie darin, Unternehmen zu befähigen, digital, mobil und smart zu arbeiten. Der Hersteller ist nach Zukäufen von ehemaligen Partnern wie Ada Systemhaus und aktuell dem Workflow-Spezialisten Docuware selbst zum IT-Dienstleister mutiert. »Die klassische TCO-Betrachtung und mit ihr das Thema Druckkostensenkung sind zwar durchaus noch präsent, aber sie sind nicht mehr die wichtigsten Treiber für die Umsetzung und Implementierung von MPS- oder MDS-Konzepten in Unternehmen«, erklärt denn auch Marcus Mauch, Director Sales, Ricoh Deutschland, im Gespräch mit CRN. »An ihre Stelle sind die digitale Transformation und ihre konkreten Anforderungen getreten, die sie an Unternehmen stellt, insbesondere der Vormarsch neuer, mobiler und digitaler Arbeitsweisen. Bei Ricoh sprechen wir deshalb auch und ganz besonders im Zusammenhang mit MPS von Empowering Digital Workplaces.«

Gerade in großen Unternehmen habe das Thema MPS einen hohen Reifegrad erreicht. »Es geht eben nicht mehr primär ums Drucken. Das Potenzial liegt dort, wo man das überkommene Korsett der MPS sprengt und das Konzept weiterdenkt. Inzwischen spielen sich MPS eher im Kontext von Künstlicher Intelligenz, RPA und Arbeitswelt 4.0 ab.« Als Beispiel nennt Mauch den Kunden Bertelsmann: »Das MPS-Konzept, das wir für den Medienkonzern weltweit umsetzen, wurde von Beginn an als fester Bestandteil der eigenen Digitalisierungsstrategie für den Future Workplace konzipiert. Dort geht es beim Thema MPS mehr um die Berücksichtigung mobiler Arbeitsweisen und um Themen wie Mobile Printing, Mobile Capturing und Security.«