Jacobson gegen Icahn: Neue Runde im Streit um Xerox-Verkauf an Fujifilm

Der geplante Verkauf von Xerox an Fujifilm entwickelt sich bei den Amerikanern immer mehr zum internen Machtkampf zwischen Geschäftsführung und Investoren. Jetzt scheint CEO Jeff Jacobson den Machtpoker für sich entschieden zu haben.

(Foto: Xerox)

Seit Monaten tobt zwischen der Xerox-Geschäftsleitung um CEO Jeffrey Jacobson und den beiden einflussreichen Investoren Carl Icahn und Darwin Deason ein erbitterter Streit, in dessen Zentrum der geplante Verkauf des US-Druckerherstellers an den bisherigen Kooperationspartner Fujifilm steht. Diesen wollen die beiden Großaktionäre, die rund 15 Prozent der Xerox-Papiere auf sich vereinen, mit allen Mitteln verhindern. Erst vergangene Woche hatten Icahn und Deason einen Etappensieg vor einem US-Gericht erzielen können, indem sie behaupteten, Xerox sei als eigenständiges Unternehmen deutlich wertvoller für die Anteilseigner und CEO Jacobson habe mit dem Verkauf nur seinen eigenen Job retten wollen (CRN breichtete). Auch der zuständige Richter hatte es als erwiesen angesehen, dass Jacobson am 10. November vergangenen Jahres darüber informiert worden war, dass das Board aktiv einen neuen CEO suche, um ihn zu ersetzen. »Es gibt genügend Beweise, dass er mit Fujifilm zusammengearbeitet hat, um sich für diese Transaktion unentbehrlich zu machen«, so Richter Barry Ostrager in seiner Urteilsbegründung laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. Zudem mache die bisherige Kooperation mit Fujifilm einen Verkauf an andere Unternehmen zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

Mit der so erwirkten einstweiligen Verfügung schienen Icahn und Deason als die sicheren Sieger im eskalierenden Machtkampf. In einem anschließend ausgehandelten Vergleich hatte Xerox selbst mitgeteilt, dass sowohl Xerox-Chef Jeff Jacobsen als auch sechs weitere Manager abtreten sollten und der Verkauf an Fujifilm noch einmal geprüft werde.

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