Lösungen aus einer Hand: Acer macht Digital Signage händlerfreundlich

Acer hat Deutschland als ersten Markt für seine Digital Signage-Produkte auserkoren. Der Start soll geglückt sein und jetzt hat der Hersteller große Pläne, in denen der Channel eine entscheidende Rolle spielt

»Wenn es hier klappt, dann klappt es überall«: Stefan Tiefenthal, Head of Commercial BU bei Acer
(Foto: Acer)

Acer ist vor rund einem Monat ohne große Vorankündigung in den Digital Signage-Markt eingestiegen. Der taiwanische Hersteller, der schon im Monitor- und Projektoren-Bereich aktiv ist, hat drei Large Format Displays vorgestellt und sich mit diesen einen komplett neuen Bereich erschlossen. »Für uns war das ein logischer Schritt«, erklärt Stefan Tiefenthal, Head of Commercial BU bei Acer. »Von einem zu Hundert Inch« ist das Motto, das auf Acers Produktportfolio von Wearables bis hin zu Projektoren abzielt. So gut wie alles, was in dieser Spanne liegt, ist für den Hersteller interessant.

Für Digital Signage dürfte sich Acer zu diesem Zeitpunkt entschieden haben, da der Markt mit zweistelligen Wachstumszahlen und hochprofitablen Projekten lockt. Gleichzeitig kann das Unternehmen seine vorhandene Expertise in der IT- und im AV-Bereich einbringen. »Wir sind in der Lage, das gesamte Paket anzubieten«, sagt Tiefenthal im Gespräch mit CRN. Konkret bedeutet das, dass Acer nicht nur die Displays und die Mediaplayer verkaufen will. Vielmehr kommen die Bereitstellung der Werbeinhalte über die firmeneigene Cloud sowie diverse Software-Lösungen hinzu, die Technologiepartner Cittadino zur Verfügung stellt. Acers Signage-Partner bietet darüber hinaus an, die Werbematerialien einzupflegen. »Bisher war Digital Signage sehr marketing-lastig«, erklärt der Acer-Manager. Der Markt wäre hauptsächlich von Agenturen aktiv angegangen worden, da diese den entsprechenden Content lieferten. IT- und AV-Reseller hätten hingegen Partnerschaften mit diesen Agenturen anstreben müssen, was laut Tiefenthal nicht unbedingt in der Natur der Händler liegt. Nun können hingegen Systemhäuser selbst auf ihre Kunden zugehen und die Projekte über die Komplettlösung anstoßen. »Der Markt wird jetzt deutlich einfacher und das schafft Chancen für neues Partnergeschäft«, so Tiefenthal.

Darüber hinaus soll sich auch bei der Größenordnung der Digital Signage-Projekte viel tun. Bisher konnten sich hauptsächlich große Systemintegratoren und Agenturen der Ausrüstung von Einkaufszentren oder Flughäfen annehmen. Über die von Acer gebotene Komplettlösung inklusive Cloud-Anbindung sowie vorgefertigten Templates für Werbeinhalte soll Digital Signage auch für kleine Unternehmen wie Immobilienmakler oder Einzelhändler und damit deren IT- oder AV-Partner interessant werden. Aktuell befindet sich Acer laut Tiefenthal aktiv auf der Suche nach Resellern für den frisch anvisierten Markt, gleichzeitig ist aufgrund der starken AV-Historie im Projektoren-Geschäft schon eine geeignete Vertriebsinfrastruktur vorhanden. Zudem wolle der Hersteller nicht kleckern und hat sich mit Also, Ingram Micro sowie Tech Data Maverick gleich die zugkräftigsten Broadliner der Distributionslandschaft an Bord geholt. Zwar bleiben die größten Aufträge wohl weiterhin in der Hand der Agenturen, dank der Templates könnten IT- und AV-Reseller mittlerweile aber alle kleinen und mittleren Projekte aus eigener Hand stemmen.

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