Smart TVs senden Nutzerinformationen: Anonymes Fernsehen ist unmöglich

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat geprüft, welche Daten Smart TVs beim »normalen« Fernsehschauen an wen senden. Mit erschreckendem Ergebnis. Fast jede Aktion am Gerät wird über das Internet an Server des Herstellers, Fernsehsenders und Drittanbieter übertragen.

Alle Aktionen des Nutzers werden an irgendeinen Server übermittelt
(Foto: Martin Schumann - Fotolia.com)

Vor wenigen Wochen warnte Samsung davor, die eigenen Smart TVs könnten aufnehmen, was vor dem Fernseher gesprochen wird, und sorgte damit für einen Aufschrei. Schon war vom »Spion im Wohnzimmer« die Rede. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat dies zum Anlass genommen und getestet, welche Daten bei der Nutzung eines vernetzten Fernsehers überhaupt und wohin fließen. Geprüft wurden die neusten Smart TVs aus dem aktuellen Portfolio von 13 Herstellern, die zusammen 90 Prozent des Marktes in Deutschland abdecken.

Im Zentrum der Untersuchung stand, welche Daten der smarte Fernseher über das Internet an welchen Empfänger sendet und welchem Zweck diese dienen. Bei sechs von 13 Herstellern gibt es immerhin Datenschutzbestimmungen, auch wenn daraus nicht hervorgeht, welche Daten an welche Server übertragen werden.

In seiner Prüfung stellte das Landesamt fest, dass schon bei der Inbetriebnahme des Geräts Daten an Server des Herstellers gesendet werden. Dies beinhaltet neben der Registrierung des Geräts unter anderem auch die Prüfung nach Softwareupdates oder das Laden von Inhalten wie beispielsweise eines Wetterdienstes. Beim Nutzen von Zusatzdiensten findet ein Austausch mit den Servern der Fernsehsender statt. So werden beispielsweise Senderwechsel in allen untersuchten Fällen getrackt. Auch bei der Öffnung von Apps findet eine Kommunikation statt. Bei sechs der 13 Fernsehgeräte ist diese verschlüsselt, bei fünf wird ohne Verschlüsselung der Name der geöffneten App gesendet. Lediglich zwei Modelle sendeten während des Tests keine Daten der App.