CRN-Interview mit Andreas Sviontek von 360 Service Agency: »Es reicht nicht, Kernmerkmale auf ein Preisschild zu schreiben«

Mit CRN spricht Andreas Sviontek, Account-Manager DACH für Drobo bei 360 Service Agency, über die Probleme, die der wachsende Funktionsumfang von NAS-Systemen für Kunden und Handel mit sich bringt. Am POS gehe es um Beratung und die Präsentation von Produkten in einem beispielhaften Anwenderumfeld.

Andreas Sviontek, Account-Manager DACH für Drobo bei 360 Service Agency

CRN: Herr Sviontek, NAS-Systeme haben meist einen riesigen Funktionsumfang, der viele Nutzer überfordert. Muss das so sein?

Andreas Sviontek: Speichersysteme adressierten bis vor nicht allzu langer Zeit vor allem technisch versierte Nutzer, Admins oder Unternehmen. Daher wundert es nicht, dass die meisten NAS nach wie vor hochkomplexe Einstellmöglichkeiten bieten. Erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit suchen auch Privatpersonen nach einer Möglichkeit, der Datenflut Herr zu werden. Anders als die Early-Adopters sind das jedoch oft keine IT-Profis und möchten es auch nicht werden. Nach unserer Erfahrung benötigen die meisten Anwender daher nur ein Bruchteil des angebotenen Funktionsumfangs.

Gerade bei Speichersystemen ist weniger oft mehr. Ab dem Zeitpunkt, an dem ein Anwender über die gewünschte RAID-Absicherung oder benötigte Kapazität auf längere Sicht entscheiden muss, wird das Thema NAS erstmal wieder auf Eis gelegt. Ein qualitativ hochwertiges Produkt, ausgestattet mit Grundfunktionen und einer einfach Plug-and-Play-Philosophie hilft dabei, die Hemmschwelle zu überwinden und sich ein Speichersystem anzuschaffen.

CRN: Welche Funktionen sind essentiell, welche werden in der Praxis meist nicht benötigt?

Sviontek: In erster Linie dient ein NAS zur Absicherung gegen einen Festplattenausfall und als persönliche Cloud. Dies ist die grundlegende und wichtigste Funktion, bei der Zuverlässigkeit und Sicherheit oberste Priorität haben. Überbewertet sind die unzähligen Plugins und Erweiterungen. Einige erleichtern tatsächlich den Alltag und bieten einen Zusatznutzen – beispielsweise ein automatisches Backup der Fotos und Videos von mobilen Geräten, sobald diese im eigenen WLAN erkannt werden. Damit werden automatisch auch diese Daten gesichert. Natürlich gehört auch ein mobiler Zugang dazu, sodass man von unterwegs jederzeit auf seine Daten zugreifen kann.

Bei IT-Profis gefragt, doch von den wenigsten benötigt, sind auch ausgefallene RAID-Modi. Fachbegriffe wie VPN, Port Bonding, Rsync und vieles mehr sind weitere Eigenschaften, die oft nur von Unternehmen nachgefragt werden und die im privaten Anwendungsumfeld weniger relevant sind.

CRN: Man muss die vielen Funktionen ja nicht nutzen…

Sviontek: Oft fehlt es nicht nur Privatpersonen an technischem Know-how, immer öfter sind auch kleine und mittelständische Unternehmen betroffen. Die wenigsten können sich einen IT-Administrator leisten und beauftragen einen technikaffinen Mitarbeiter mit der Administration der IT-Umgebung. Komplexe Systeme mit größtmöglichem Funktionsumfang bieten auch viel Raum für Fehler, die im schlimmsten Fall mit einem Datenverlust endet. Darum wird eine einfache und verständliche Konfiguration benötigt, die einen unauffälligen Betrieb erlaubt nach dem Motto ›Set it and forget it‹.

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