Kleine Alleskönner: Der NAS-Markt wächst weiter – trotz Cloud

Der Erfolg von Cloud-Services tut dem Wachstum im NAS-Markt keinen Abbruch. Viele Unternehmen und Privatnutzer schätzen die Geräte, weil sie längst mehr als reine Datenlager sind. Gerade bei kleinen Firmen können sie bei der Konsolidierung der IT-Infrastruktur helfen, in Haushalten werden sie zur Zentrale für das Smart Home. Damit steigt allerdings auch der Bedarf an Beratung und Services.

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Die Datenmengen in Unternehmen und in Privathaushalten wachsen – und damit auch der Bedarf an Speicherplatz. Vieles landet einfach in der Cloud, die in den vergangenen Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten hat und mittlerweile auch im lange skeptischen Deutschland weitgehend akzeptiert ist. Doch den vollständigen Wechsel in die Wolke scheuen viele Nutzer. Die Gründe dafür sind höchst unterschiedlich und reichen von langsamen Internetverbindungen über den Wunsch beziehungsweise die Compliance-Anforderung, Daten lokal unter Kontrolle zu haben, bis hin zu Kostenabwägungen. Das Ergebnis ist in allen Fällen dasselbe: Es wird ein Speicher vor Ort benötigt. In Privathaushalten sowie in kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch in Zweigstellen von Großunternehmen ist das meist ein NAS.

NAS-Systeme sind günstig und haben sich in den vergangenen Jahren zu wahren Feature-Monstern entwickelt, die weit mehr als die reine Speicherung von Daten übernehmen können. Die Nachfrage wächst konstant und wird das Marktforschern zufolge auch in den nächsten Jahren noch tun. Dass die Cloud lokalen Speichersystemen den Rang abläuft, steht nicht zu befürchten. »Richtig eingesetzt ergänzen sich NAS- und Cloud-Speicher hervorragend. Das NAS dient als schneller, flexibler Speicher mit Server-Funktionen im eigenen, sicheren LAN; die Cloud als Archiv oder redundantes Langzeit-Backup«, sagt Mathias Fürlinger, Senior Storage Consultant bei Qnap. Er ist sicher: Bei den Zugriffsgeschwindigkeiten sowie den Privacy- und Sicherheitsstandards werden NAS-Lösungen der Cloud auch in Zukunft immer zwei bis drei Schritte voraus sein.

Auch Andreas Sviontek, Account-Manager DACH bei der 360 Service Agency, die in der DACH-Region den Vertrieb, das Marketing und den technischen Support für den NAS-Hersteller Drobo leistet, sieht die Cloud vor allem als komplementäre Lösung. »Ein NAS allein stellt kein ausreichendes Backup dar«, erklärt er unter Verweis auf die 3-2-1-Backup-Strategie. »Bei einem Disaster vor Ort sollte idealerweise ein Backup an einem anderen Ort zur Verfügung stehen, etwa in der Cloud. Umgekehrt kann die Cloud aber auch kein NAS ersetzen, das lokal schnell und einfach Daten bereitstellt.« Die meisten NAS-Hersteller haben ihren Geräten daher eine Cloud-Anbindung verpasst, sodass sie Daten mit Diensten wie Dropbox, aber auch den großen Hyperscalern AWS, Google und Microsoft synchronisieren können. Synology betreibt mit der in Frankfurt gehosteten »Synology C2 Cloud« seit September dieses Jahres sogar ein eigenes Cloud-Angebot.