Übernahme unter Partnern: EA kauft Respawn

Der Spielehersteller Electronic Arts übernimmt für rund 455 Millionen US-Dollar das Studio Respawn Entertainment, mit dem man bisher schon bei Titeln wie der erfolgreichen »Titanfall«-Reihe zusammengearbeitet hat.

Mit der Übernahme von Respawn sichert EA das Fortbestehen der Titanfall-Reihe
(Foto: EA)

Nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit hat Electronic Arts (EA) nun beschlossen, den Partner Respawn Entertainment zu übernehmen. Dafür legt EA insgesamt bis zu 455 Millionen US-Dollar auf den Tisch, die sich aus drei Einzelbeträgen zusammensetzen. Neben einem Barpreis von 151 Millionen Dollar investiert der Gaming-Riese für den Zukauf auch bis zu 164 Millionen Dollar in eigenen Anteilen. Darüber hinaus werden im Vertrag für die nächsten Jahre weitere maximal 140 Millionen Dollar an leistungsbezogenen Bonuszahlungen für die Respawn-Führung und die mehr als 150 Mitarbeiter in Aussicht gestellt. Die stammen zum Großteil aus der einstigen Belegschaft des Studios Infinity Ward von EAs großem Konkurrenten Activision, wo sie maßgeblich an der Entwicklung des Blockbusters »Call of Duty« beteiligt waren. Allerdings hatten sie den Herausgeber 2010 nach einem Streit über Bonuszahlungen verlassen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.

In den letzten Jahren hatte Respawn im Auftrag von EA bereits unter anderem den Shooter »Titanfall« sowie dessen zweiten Teil entwickelt. Insbesondere das aktuelle Titanfall 2 blieb zwar bislang wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurück, heimste aber zahlreiche sehr gute Kritiken ein und gilt damit als wegweisend für das Genre und als Beweis für die hohen Entwicklungskompetenzen von Respawn. EA wollte es zwar ursprünglich bei der Fortsetzung der Zusammenarbeit belassen, sah sich dann aber durch ein überraschendes Übernahmeangebot des südkoreanischen Konkurrenten Nexon, der bis zu 400 Millionen Dollar für Respawn bezahlen wollte, zum Handeln gezwungen, um den wichtigen Partner nicht zu verlieren. Laut EA soll das Studio nach der Übernahme weitgehend unabhängig bleiben und neben einem neuen Titanfall auch ein neues Spiel aus dem »Star Wars«-Universum sowie einen VR-Titel entwickeln.