Staatliche Kontrolle gefordert: Verbraucherschützer für mehr Transparenz bei Algorithmen

Algorithmen bewerten Daten und erleichtern in vielen Fällen den Alltag. Sie entscheiden aber auch darüber, wer einen Kredit erhält. Wie kann man Diskriminierungen entgegentreten? Verbraucherschützer plädieren für mehr Transparenz - und für mehr Allgemeinwissen.

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Verbraucherschützer mahnen mehr Transparenz bei automatisierten Entscheidungen an und wollen dafür eine breite gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Kernforderung ist eine stärkere Kontrolle seitens der Politik. »Wenn ich heute einen Kredit beantragen würde, würde wahrscheinlich ein Algorithmus über meine Kreditwürdigkeit entscheiden«, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), am Donnerstag in Berlin. Daten würden ausgewertet, aber oft sei unklar, welche. »Es geht um präventiven Verbraucherschutz.«

Immer mehr Entscheidungen würden im alltäglichen Leben heute durch Algorithmen vorbereitet oder automatisch getroffen - ob im Gesundheitswesen, bei Prototypen selbstfahrender Autos, vernetzten Haushaltsgeräten oder bei Einkaufsempfehlungen. Sie könnten das Leben erleichtern, aber auch zu falschen Entscheidungen führen oder Verbraucher diskriminieren, sagte Müller. Der vzbv fordert deshalb auch eine Regulierung und Kontrolle seitens der Politik. Es gehe darum, die Autonomie und Selbstbestimmung der Verbraucher zu schützen.

Bereits heute entscheiden Algorithmen nicht nur darüber, welche Route wir fahren und welche Werbung wir im Netz sehen. In Frankreich würden nach diesem Verfahren Studienplätze vergeben, sagte Müller. Es wäre »naiv und dumm«, berechtigte Sorgen nicht ernstzunehmen.

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