Konkurrenz für AWS und Azure: Google eröffnet neue Cloud-Zone in Deutschland

Google weitet sein Cloud-Engagement in Europa aus. Die neue Cloud Zone für die DACH-Region soll Kunden mit schnellen Ping-Zeiten überzeugen. Der Schritt ist eine Kampfansage an Amazon und Microsoft.

(Foto: Google)

Google hat seine Cloud-Plattform auf die DACH-Region ausgeweitet. Kunden in diesen Regionen sollen in erster Linie von bis zu 50 Prozent verbesserten Ping-Zeiten profitieren, wie Google-Urgestein Urs Hölzle in der Zentrale von Google Deutschland in München bekanntgab. Die dafür verantwortlichen Server stehen in Frankfurt am Main und können von Kunden der Google Cloud Platform (GCP) als »europe-west3« ausgewählt werden. Neue Regionen sollen von nun an im Monatsrhythmus dazugeschaltet werden. Die GCP ist Googles Konkurrenzprodukt zu AWS oder Microsofts Azure. Zusammen peilen die drei Konzerne einen jetzt schon riesigen Markt an, der in naher Zukunft mit schwindelerregendes Wachstumsraten aufwarten soll.

Aktuell schätzt Hölzle, der Infrastruktur-Verantwortliche und Mitarbeiter Nummer acht bei Google, das Potenzial auf zwei Billionen Dollar, was ein Vielfaches des Online-Werbemarktes ist, der bisherigen Cashcow von Google. Aktuell sei man zwar noch die Nummer drei im Cloud-Markt, aber für die Konkurrenz komme der Punkt im Rückspiegel immer näher, so Hölzle. Für den Schweizer ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Cloud-Geschäft zu Googles zweitem Standbein werden, wenn nicht sogar das Werbegeschäft von Platz eins beim Umsatz verdrängen kann. Immerhin: Google besitzt langjährige Erfahrung im Betrieb von Rechenzentren und führt bei Zukunftsthemen wie KI oder maschinellem Lernen (»Deepmind«). Gleichzeitig gehören bereits namhafte Unternehmen zum Kundenkreis der Amerikaner, wie etwa Airbus, Airbnb und Spotify. Hierzulande nutzen beispielsweise Kärcher, Rewe Digital oder auch Startups wie der Collaboration-Spezialist Meisterlabs die Google Cloud Platform. Gleichzeitig arbeitet man eng mit SAP zusammen, um »Hana« und die Google Cloud verknüpfen zu können.