Moderne Knöllchen: Verkehrsüberwachung setzt auf Smartphones

In den meisten Städten und Gemeinden nutzen die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung bei der Jagd nach Falschparkern noch unhandliche Datenerfassungsgeräte. In Düsseldorf sind die Politessen künftig mit Smartphones unterwegs.

Knöllchen: In Düsseldorf geht das Ordnungsamt jetzt mit Smartphone auf Parksünder-Jagd. (Foto: Rike/pixelio.de)

Sie sind leichter, kleiner und multifunktionaler – die neuen Smartphones, mit denen ab sofort die ersten 30 Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung auf den Straßen der NRW-Landeshauptstadt unterwegs sind. Die neuen Geräte lösen dort die alten, schweren und unhandlichen Datenerfassungsgeräte ab, die seit 1995 den »Außendienstkräften« zur Verfügung stehen. Nach und nach erhalten nun alle 150 Ordnungsamt-Mitarbeiter der Abteilung Verkehrsüberwachung moderne Smartphones.

Genau genommen ersetzt bei den Rheinländern das smarte Mobiltelefon künftig gleich drei Geräte: ein Datenerfassungsgerät zur Registrierung des Verkehrssünders, ein Handy, um zum Beispiel einen Abschleppwagen herbeizurufen, und eine Kamera zur Dokumentation der Situation. Die neuen Smartphones vereinen diese Anwendungen in einem Gerät.

Zudem sind die neuen Geräte mit einer an die Bedürfnisse der Verkehrsüberwachung angepassten Software ausgestattet. Möglich wurde die Ausstattung der Mitarbeiter mit den neuen Geräten, weil Smartphones immer leistungsfähiger und preiswerter geworden sind. Eine tätigkeits- und softwarebedingte Spezialhardware, die sich oft in hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für die Städte und Gemeinden niedergeschlagen hat, ist angesichts des inzwischen erreichten, hohen Leistungsspektrums der Smartphones sowie vieler dazu erhältlicher Programmapplikationen überflüssig geworden.

Die Einführung von 150 neuen Smartphones für die Verkehrsüberwachung kostet einmalig 17.500 Euro. Die jährlichen Folgekosten, also Gerätemiete inklusive Zubehör, Daten-/Sprachtarife und Verarbeitung und Pflege der Verfahren, zum Beispiel der Ordnungswidrigkeitenverfahren, belaufen sich auf 125.000 Euro. Dies ist, so das Ordnungsamt, unter dem Strich günstiger als die bisherige Lösung mit drei Geräten. Auch auf weiteren Tätigkeitsfeldern städtischer Mitarbeiter sollen künftig Smartphones zum Einsatz kommen. In Düsseldorf hat man hier beispielsweise die Feuerwehr, das Umweltamt, das Gartenamt oder das Amt für Verbraucherschutz im Visier.