Mobilfunk / Telekommunikation: Cisco steigt aus Geschäft mit Wimax aus

Einen Schlussstrich unter seinen Ausflug in den Bereich Wimax-Komponenten zieht Cisco Systems. Der Hersteller stellt die Produktion von Basisstationen für die Funktechnik ein.

Im Kampf gegen UMTS und dessen Nachfolgetechnik Long Term Evolution (LTE) hat das Wimax-Lager einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Mit Cisco Systems verlieren die Protagonisten dieser Funktechnik einen prominenten Fürsprecher.

Der Hersteller von Netzwerkkomponenten stellt die Produktion von Wimax-Basisstationen ein. Dagegen will er weiterhin Kunden, die Wimax-Systeme von Cisco einsetzen, mit technischem Support und ergänzenden Produkten wie WLAN- und Femtozellen-Systemen beliefern.

Wimax-Systeme wie das BWX 8300 werden von Cisco nicht mehr hergestellt.

Die Wimax-Produktlinie und das entsprechende Know-how holte sich Cisco im Oktober 2007 durch den Kauf von Navini für 330 Millionen Dollar ins Haus. Wimax (IEEE 802.16) ist eine Funktechnik, die ähnlich wie WLANs (WiFi) Funkfrequenzen nutzt, die ohne Lizenzkosten zur Verfügung stehen.

Wimax als Konkurrenz zu WLAN und UMTS

Das Wimax-Forum hat Profile für die Bereiche 2,4 und 2,5 GHz sowie 3,5 GHz erarbeitet. Ein Einsatzgebiet ist die Anbindung von Regionen ans Internet, in denen kein DSL zur Verfügung steht. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf Basis der Technologie können Distanzen von etwa 50 Kilometern überbrücken.

Die Datenrate beträgt bis zu 100 MBit/s. Ähnlich wie bei WLANs und 3G-/UMTS-Netzen teilen sich die Nutzer einer Funkzelle die Bandbreite. Ausgefeilter als bei WiFi sind bei Wimax die Quality-of-Service-Mechanismen. Diese sind für Services wie Voice over IP oder Video over IP unverzichtbar.

In Deutschland hat Wimax bislang nicht so recht Fuß fassen können. Einer der wenigen Anbieter, der sich etablieren konnte, ist die DBD Deutsche Breitband Dienste GmbH (Maxxonair, DSLonair). Dagegen haben Firmen wie Clearwire und Inquam, die ein bundesweites Wimax-Netz aufbauen wollen, dies bislang nicht getan.

Statt auf Wimax wird sich Cisco nun auf LTE konzentrieren. Nach bewährtem Muster hat sich die Firma auch in diesem Fall durch eine Akquisition verstärkt: Mitte Oktober 2009 kaufte Cisco für 2,9 Milliarden Dollar die amerikanische Firma Starent Networks, einen Spezialisten für Mobilfunk-Ausrüstung.