Breitbandausbau: Telekom nutzt Glasfaser der Konkurrenz

Die Deutsche Telekom wird künftig die Netzinfrastruktur der Regionetzbetreiber R-Kom aus Regensburg, Süc Dacor aus Coburg, SWU Telenet aus Ulm, Telepark Passau sowie das Stadtnetz Bamberg nutzen.

Glasfasernutzung bei der Telekom: Rentablere Nutzung bereits gebauter Glasfasernetze

Die Telekom wird über die Netze der Wettbewerber ihre Produkte insgesamt 125.000 Haushalten in den betreffenden Regionen anbieten. »Solche Kooperationen [machen] auch den Glasfaserausbau für die Stadtnetzbetreiber schneller wirtschaftlich rentabel, weil die Infrastruktur besser ausgelastet wird«, erklärt dazu Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom.

Für diese Sichtweise erntet Höttges ungewohntes Lob vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko). Dessen Geschäftsführer Stephan Albers unterstreicht: »Tim Höttges bestätigt nun genau das, was wir seit langem fordern. Die Kunden haben auf diese Weise nicht nur mehr Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern, sondern der Ausbau mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen bis in die Gebäude wird durch die stärkere (und rentablere) Nutzung bereits gebauter Glasfasernetze stärker vorangetrieben«.

Das Beispiel zeigt: Auch vergleichsweise kleine Glasfasernetze sind für große, nationale Anbieter wie die Deutsche Telekom interessant, wenn der Zugang entsprechend gebündelt wird. »Aus diesem Grund haben wir mit der Breko Handelsplattform im November 2017 eine bundesweite Open-Access-Plattform gestartet, die allen Marktteilnehmern offensteht und über die regionale Netzbetreiber Zugang zu ihren Netzen zu fairen und diskriminierungsfreien Konditionen anbieten können. So werden kleine Netze groß«, sagt Verbandschef Albers – und betont: »Hier ist auch die Deutsche Telekom ausdrücklich zur aktiven Teilnahme eingeladen«.

Der Breko-Verband vertritt die Auffassung, dass Open Access volkswirtschaftlich erheblich sinnvoller ist als ein Doppelausbau. Um Deutschland schnellstmöglich mit den für die kommende Gigabit-Gesellschaft notwendigen, flächendeckend verfügbaren Glasfaseranschlüssen bis in alle Gebäude auszustatten, stellen Kooperationsmodelle ein wichtiges Instrument dar. Die aktuelle Zusammenarbeit in Süddeutschland zeige, dass sich solche Modelle sukzessive auf dem Telekommunikationsmarkt etablieren.