Carrier investieren in Narrowband-IoT: Das Internet der Dinge nimmt Fahrt auf

Das Internet der Dinge stellt besondere Anforderungen an die Infrastruktur. Deshalb rüsten alle Mobilfunkbetreiber in Deutschland ihre Basisstationen jetzt auf und starten umfassende Maschinennetze auf der Basis der Technologie Narrowband-IoT.

Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter zeigt einen Multi-Sensor für das Maschinen-Netz.
(Foto: Vodafone Deutschland)

Mülleimer, die melden, wenn sie geleert werden müssen. Staubsauger, die ganz selbstständig neue Filterbeutel bestellen. Oder Gasflaschen, die auf sich aufmerksam machen, wenn sie nachgefüllt werden müssen. Solche und ähnliche Möglichkeiten bietet das Maschinennetz, das Vodafone jetzt in 13 Metropolen Deutschlands bringen will. Den Anfang macht Düsseldorf, auch Berlin soll bald folgen und bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres will Vodafone 13 Städte an das Maschinennetz angebunden haben. Der deutschlandweite Ausbau wird ab sofort auf LTE 800er Frequenzen vorangetrieben. »Unser neues Maschinennetz macht Sachen smart – und vereinfacht Alltag und Arbeitsleben«, sagt Vodafone CEO Hannes Ametsreiter. Das soll Kunden Nerven und Unternehmen Kosten sparen. »Künftig werden Milliarden Gegenstände gleichzeitig miteinander vernetzt sein und kommunizieren. Kostengünstig und überall. Sogar an Orten, die wir uns heute vielleicht noch gar nicht vorstellen können«, ist Ametsreiter überzeugt.

Zusammen mit verschiedenen Partnern will Vodafone erste Produkte ins Netz bringen. Unter anderem arbeiten DHL, die Deutsche Bahn, Diehl Metering, Techem und Panasonic an Lösungen, die im Maschinennetz funken sollen. Endkunden sollen davon dann zum Beispiel im Supermarkt, am Bahnhof oder im Straßenverkehr profitieren. Mit dem IoT Future Lab hat der Konzern zudem ein Forschungslabor speziell für Anwendungen im Maschinennetz eröffnet, in dem er gemeinsam mit Partnern an Lösungen für das Internet der Dinge arbeitet und neue Anwendungen unter Alltagsbedingungen testet und weiterentwickelt. Dazu zählt beispielsweise auch die Wand, die Graffiti-Sprayer riechen kann und dann Alarm auslöst (CRN berichtete).

Smart Parking der Telekom

Die Telekom bietet Narrowband-IoT Ende 2018 flächendeckend in ganz Deutschland an. Zudem will der Konzern den kommerziellen Ausbau der Maschinennetze in Europa vorantreiben. So ist Narrowband-IoT bereits flächendeckend in den Niederlanden verfügbar. In weiteren europäischen Märkten wie Österreich, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Polen und der Slowakei baut die Telekom die vorhandene Versorgung auf weitere Städte aus. »Wir werden die Aufrüstung unserer Basisstationen in ganz Europa fortsetzen, um NarrowBand-IoT im 900-MHz- und 800-MHz-Bereich zu ermöglichen«, sagt Claudia Nemat, Vorstand Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom. Die Telekom bietet bereits Dienste auf der Basis von Narrowband-IoT an. So informiert beispielsweise in Hamburg ein Smart-Parking-Service Autofahrer in Echtzeit über freie Parkplätze. Sensordaten übertragen die Informationen über freie Parkplätze per Schmalbandnetz. Dazu wurden öffentliche und private Parkplätze inklusive Parkhäusern entsprechend ausgerüstet digitalisiert. Ähnliche Parkplatz-Dienste soll es demnächst in Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Merzig und Moers geben.

Darüber hinaus hat der Konzern in Deutschland seit einiger Zeit zwei Narrowband-IoT-Servicepakete für das Internet der Dinge im Sortiment. Diese Pakete sollen mittelständische Unternehmen in die Lage versetzen selbst Dienste auf NarrowBand-IoT-Basis zu entwickeln und beispielsweise selbst smarte Parking-Lösungen einzusetzen.

Auch die Telekom macht sich für die Weiterentwicklung Narrowband-IoT stark und hat dazu den so genannten NB-IoT Prototyping Hub ins Leben gerufen. Das Programm soll Kunden und Interessenten mit IoT-Entwicklern zusammenbringen, um die Markteinführung zu beschleunigen. Sie können die NB-IoT-Basisstationen der Deutschen Telekom im Live-Betrieb nutzen, um neue Anwendungen und Sensoren mithilfe eines speziellen Software Toolkits in den Laboren in Berlin und Krakau zu testen. Ein Beispiel hierfür ist die iMonitoring-Lösung für Bienenvölker von Bee & Mee (beeand.me), die Bienenzüchter bei der Lösung typischer Probleme in der Bienenhaltung unterstützen soll. Das intelligente Überwachungssystem enthält eine Mikroprozessoreinheit, mit der wichtige Parameter der Bienenhaltung gemessen werden. Zudem werden die erfassten Daten verarbeitet, um zentrale wissenschaftliche Fragen zu klären und die Bienenhaltung zu optimieren. und Tools für die vorausschauende Analyse zur Präzisierung der Bienenhaltung zu entwickeln.

Telefónica testet in Chile

Neben Vodafone und der Telekom bereitet auch Telefónica Deutschland sein Netz auf den nächsten Internet of Things (IoT)-Evolutionsschritt vor. Im Pilotnetz des 4,5 G Forschungs-Projektes »Tech City« von Telefónica Deutschland und Huawei in München hat das Unternehmen Narrow Band-IoT (NB-IoT) Anfang 2017 implementiert und arbeitet daran, die Technologie auszurollen. Nutzbringend hat Telefónica Narrorband-IoT übrigens bereits in Chile eingesetzt. Dort wurde die Technologie flächendeckend an smarten Wasserzählern im Alltag getestet.