Wegebereiter für neue Technologien: Das Smartphone als wesentlicher Wirtschaftsfaktor

Zehn Jahre nach seiner ersten Präsentation hat sich das Smartphone zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt und trägt 1,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

(Foto: Fotolia - Maxim Kazmin)

Zehn Jahre ist es her, dass das erste Smartphone vorgestellt wurde. Inzwischen hat sich da Gerät zum wesentlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt, wie die jetzt veröffentlichte Studie »Consumer Technology 2017« des Bitkom und des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Rund 1,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes stehen heute in Zusammenhang mit dem Smartphone.

Auch in Bezug auf die Kernbranchen steht das mobile Gerät gut da: Smartphone-generierte Umsätze machen heute rund ein Fünftel der Erlöse des deutschen Maschinenbaus aus. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der Wertschöpfungsanteil des Smartphones in den nächsten fünf Jahren noch weiter wachsen wird. Den Prognosen zufolge wird Anteil am Bruttoinlandsprodukt bis 2022 auf 1,7 Prozent steigen, das Gesamtvolumen Smartphone-generierter Umsätze hierzulande wird bis dahin eine Summe von über 60 Milliarden Euro erreichen. Verglichen mit den in diesem Jahr zu erwartenden 45 Milliarden Euro ist das ein Anstieg von etwa 30 Prozent. »Das Smartphone hat sich zu einem Universalgerät entwickelt und stößt auch in anderen Branchen entscheidende Entwicklungen an«, sagt Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics & Digital Media. Die Hersteller haben ihre Geräte an die neuen Anforderungen angepasst. So ist Connectivity zum Standardfeature zahlreicher Gerätekategorien geworden. Beispiel hierfür sind laut Lutter all jene Geräte, die sich mittlerweile mit dem Smartphone verbinden und steuern lassen.

Smartphones überholen Unterhaltungselektronik

Der deutsche Smartphone-Markt erzielt im laufenden Jahr einen Umsatz von 9,77 Milliarden Euro und überrundet somit voraussichtlich die gesamte klassische Unterhaltungselektronik. Mit einem Absatzrekord von fünf Millionen verkauften Geräten (plus 8,2 Prozent) haben insbesondere Phablets, also Smartphones ab einer Display-Größe von 5,5-Zoll, einen großen Anteil an der Entwicklung. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der Absatz von Phablets um 8,2 Prozent steigen wird. Die Geräte machen somit bereits 21 Prozent des gesamten Smartphone-Marktes aus.

Heute nutzen acht von zehn Deutschen ab 14 Jahren (81 Prozent) ein Smartphone. Das entspricht etwa 56 Millionen Personen. Vor einem Jahr waren es noch 76 Prozent, 2012 sogar erst 36 Prozent. Praktisch jeder, der unter 50 Jahre alt ist, nutzt damit heute ein Smartphone. 80 Prozent der Nutzer empfinden das Gerät als große Erleichterung im Alltag. Und sieben von zehn (71 Prozent) geben an, sich ein Leben ohne Smartphone gar nicht mehr vorstellen zu können. Damit ist die Zustimmung zu beiden Aussagen im Vergleich zur Umfrage im Vorjahr erheblich gestiegen.

Das Smartphone ist darüber hinaus auch Wegbereiter für neue Technologien wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und digitale Sprachassistenten. Durch seine große Verbreitung gelangen diese Technologien in den Alltag der Nutzer: ob VR durch Smartphone-basierte Brillen, AR durch Pokémon Go oder die Sprachsteuerung in Form von stationären digitalen Sprachassistenten. Mittlerweile besitzen sechs Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren eigene VR-Brille. Weitere 13 Prozent haben bereits eine Virtual-Reality-Brille ausprobiert. Im Vorjahr waren es noch neun Prozent. Knapp jeder fünfte Deutsche hat also schon VR-Erfahrungen gemacht. 34 Prozent können sich vorstellen VR zu nutzen. Der neue Mobilfunkstandard 5G, der Bandbreiten im Gigabitbereich verspricht, wird diese und ähnliche Entwicklungen noch weiter beschleunigen. » Die Entwicklung des Smartphone ist noch lange nicht zu Ende«, ist Lutter überzeugt. Die Studie ist online zum kostenlosen Download verfügbar.