Arbeitgeber und soziale Medien: Einstellungen aufgrund von Facebook-Daten unzulässig

Die EU-Datenschutzrichtlinien werden verschärft. Arbeitgeber benötigen künftig eine rechtliche Grundlage, um Informationen aus sozialen Netzwerken zur Beurteilung von Bewerbern zu nutzen.

(Foto: Fotolia/ Kaspars Grinvalds)

Suchen Unternehmen neue Mitarbeiter ist es nicht ungewöhnlich, dass potentielle Kandidaten auch über soziale Netzwerke, wie Facebook, überprüft werden. Über 60 Prozent der Arbeitgeber ziehen die Profile und Posting-Verhalten der Anwerber zu Rate und entscheiden dann über eine möglich Anstellung. Um Bewerber zukünftig vor einer möglichen Benachteiligung aufgrund ihres Gebrauchs von sozialen Medien besser zu schützen, hat die EU-Datenschutzbehörde neue Richtlinien veröffentlicht.

Vorgesetzte brauchen zukünftig eine rechtliche Grundlage, wollen sie auf Daten von Bewerbern aus Sozialen Netzwerken zugreifen: Informationen müssen relevant für die Arbeitsleistung sein. Anstellende Firmen dürfen dementsprechend keine öffentlichen Inhalte von Bewerbern zu ihrem eigenen Nutzen verwenden. Die Kandidaten müssen zudem frühzeitig darüber informiert werden, ob das Unternehmen Social-Media-Profile mit in die Einstellungsentscheidung einbezieht. Arbeitnehmer sind allerdings nicht verpflichtet eine solche Anfrage des Arbeitgebers anzunehmen. Damit diese Richtlinien jedoch zum Gesetz werden, müssen die einzelnen EU-Staaten noch in nationales Recht umgesetzt werden.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 10:45 Uhr

Das Gesetz ist ein zahnloser Tiger. Wenn ein Bewerber abgelehnt wird oder gar nicht erst zum Gespräch eingeladen, dann erfährt er ja auch heute normalerweise nicht den Grund. Auch mit dem neuen Gesetz wird kein Personaler sagen "Wir haben dich nicht eingeladen, weil uns dein Profil auf F.c.book nicht gefiel". Legal oder nicht, natürlich schöpfen die Personaler sämtliche verfügbaren Informationsquellen aus, um sich vorab über einen Bewerber zu informieren. Dieses Gesetz ist - vorsichtig formuliert - entbehrlich.