Steigende Anforderungen durch IoT und Co.: Neue Nokia-Lösungen für drastische Internet-Beschleunigung

Dem steigenden Internet-Verkehr durch Videostreaming, Virtual Reality oder das Internet der Dinge (IoT) will Nokia mit neuen Lösungen begegnen. Sie sollen die Flaschenhälse öffnen und damit für eine deutliche Internet-Beschleunigung sorgen.

Neue Lösungen für die Beschleunigung des Internet-Verkehrs.
(Foto: Nokia)

In den nächsten fünf Jahren wird sich der Internet-Verkehr verdoppeln: Nokia Bell Labs rechnet mit einer Steigerung auf 330 Exabyte im Jahr 2022. In Spitzenjahren sind demnach Steigerungsraten von bis zu 40 Prozent zu erwarten. Grund für diesen Anstieg sei die wachsende Flut von privaten und geschäftlichen Anwendungen, die immer datenintensiver werden. Hochauflösendes Videostreaming, Virtual Reality und nicht zuletzt Industrie 4.0 und das Internet der Dinge (IoT) führen zu einem schnell steigenden Datenaufkommen. Darüber hinaus steigt auch noch die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte massiv an. Nokia rechnet mit 100 Milliarden verbundener Geräte bis zum Jahr 2025.

Diese Zahlen sind ein deutlicher Indikator, dass das Internet mit bestehenden Strukturen diesen Herausforderungen nur unzureichende gewachsen sein wird. »Die Internet-Plattform muss HD on-demand Videos in immer größerem Umfang übertragen, während sich Milliarden neuer Geräte mit ihr verbinden,« erläutert Basil Alwan, Präsident der ION Business Group von Nokia. »Um eine Expansion zu ermöglichen ist ein immenser Zuwachs an Performance sowie Sicherheit erforderlich.« Mit neuen Technologien will der Konzern jetzt die notwendige Evolution unterstützen.

Dabei handelt es sich zum einen um den Nokia FP4, ein neuer und nach Herstellerangaben besonders leistungsfähiger Prozessor für IP-Routing für komplexe und schnelle Internet-Router. Der FP4 ist nach Angaben von Nokia der weltweit erste Netzwerk-Prozessor, der 2,4 Terabit pro Sekunde an Datendurchsätzen ermöglicht. Damit ist er rund sechsfach schneller als derzeit eingesetzte Router-CPUs. Dadurch können für die wichtigen Backbones und Anbindungen Petabit-Router (eine Million Gigabit) verfügbar gemacht werden. Zusätzlich sind im FP4 bereits Sicherheitstechnonologien implementiert, so dass Nokias eigene Deepfield IP Netzwerkanalyse Lösungen und Software Defined Networking (SDN) Lösungen unterstützt werden. Nach Herstellerangaben können so beispielsweise DDoS-Attacken wirkungsvoll bekämpft werden. Denn auch für Carrier und Provider sind DDoS-Attacken ein stetig wachsendes Problem. Einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Deloitte zufolge werden in diesem Jahr weltweit rund zehn Millionen Attacken erwartet. Das führt zu einer immensen Belastung der Internet-Strukturen, ohne dass im Endeffekt Nutzdaten übertragen werden können.

576 Terabit pro Sekunde

Darüber hinaus stellt Noka die 7750 SR Serie vor, die auf dem FP4 Chip basiert. Sie unterstützt im Rack eine 144 Terabit pro Sekunde Konfiguration für Internet-Routing Anwendungen. Mit dem ebenfalls neuen Nokia 7950 Extensible Routing System sollen sogar 576 Terabit pro Sekunde in einem einzelnen System unterstützt werden. Das System ist durch weitere Aufrüstmöglichkeiten in Form einer offenen Architektur konstruiert. Damit sollen Bandbreiten um den Faktor zehn höher im Vergleich zu bestehenden Infrastrukturen möglich sein.