Lars, but not Least: Apple will Android-Nutzer verführen

Mit einer neuen Werbekampagne unter dem Motto »Das Leben ist einfacher mit einem iPhone« buhlt Apple gezielt um Nutzer von Android-Smartphones. Allerdings macht es sich das Unternehmen mit diesem verführerischen Versprechen selbst etwas zu einfach.

Apple lockt Android-Nutzer mit dem Versprechen auf ein leichteres Leben
(Foto: Screenshot apple.com)

Der Smartphone-Markt in den westlichen Industrienationen gilt als weitgehend gesättigt, die Zeiten des scheinbar grenzenlosen Wachstums sind damit vorbei. Für die Hersteller bedeutet das einen immer härteren Verteilungskampf um die Marktanteile. Selbst der erfolgsverwöhnte Branchenprimus Apple macht sich deshalb offenbar ernsthafte Gedanken und sucht nach Ideen und Wegen, um neue Zielgruppen für sich zu vereinnahmen. Deshalb will das Unternehmen jetzt auf breiter Front die größte Kundengruppe im Markt angehen. Mit seiner neuen Werbekampagne versucht Apple gezielt Android-Nutzer zum Wechsel in das eigene Ökosystem zu bewegen. Als zentrale Botschaft dafür wird das Versprechen »Das Leben ist einfacher mit einem iPhone« ausgegeben.

Damit setzt Apple vor allem auf seinen noch immer bestehenden Nimbus, wonach das Zusammenspiel von Hard- und Software aus einer Hand sowohl eine angeblich überlegene Performance auch die beste Nutzerfreundlichkeit ermöglichen soll – auch wenn Benchmarks und unabhängige Tests das schon länger nicht mehr so eindeutig hergeben. Zumal auch Apple in den letzten Jahren immer wieder erhebliche Qualitätsprobleme, wie beispielsweise die zusammenbrechenden Akkus beim iPhone 6s, hatte. Zudem greift der Hersteller im Rahmen der Kampagne auch gezielt zwei der häufigsten Kritikpunkte und Ängste der Android-Nutzer selbst auf: Sicherheit und Datenschutz. Nicht nur seien das iPhone und iOS wesentlich sicherer als Android, zudem respektiere und schütze Apple – im Gegensatz zu Google – auch die Privatsphäre seiner Nutzer, so die Botschaft.

Bei aller Fragwürdigkeit der der Datennutzung bei Google, lehnt sich Apple hier ganz schön weit aus dem Fenster. Schließlich hatte das Unternehmen auch selbst schon oft genug mit Nutzertracking und Datensammlungen für negative Schlagzeilen und Stimmung gesorgt und zudem erst im vergangenen Jahr unter dem Schlagwort »Differential Privacy« die eigenen Datenschutzversprechen weiter aufgeweicht. »Ich glaube nicht, dass die Leute begreifen, dass Differential Privacy so ziemlich das Gegenteil von Privatsphäre ist; zumindest jener Art von Privatsphäre, die wir uns von Apple erwarten«, kommentierte etwa der Sicherheitsforscher Jonathan Zdziarski die Neuerung.

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