Vierte Kraft im Mobilfunkmarkt: United Internet schluckt Drillisch

Der Mobilfunkmarkt in Deutschland bleibt in Bewegung. United Internet will Drillisch für einen Milliardenbetrag übernehmen.

(Foto: United Internet AG)

Der Internet- und TK-Konzern United Internet hat angekündigt, den Mobilfunker Drillisch übernehmen zu wollen. Mit der Übernahme entstünde neben den drei großen Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica eine vierte große Kraft im deutschen Mobilfunkmarkt. Dafür bietet United Internet den Aktionären 50 Euro pro Drillisch-Aktie. Schon jetzt hält der Konzern aus Montabaur 20 Prozent der rund 55 Millionen Drillisch-Papiere. Der Kaufpreis beläuft sich damit auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Die Übernahme muss noch durch die Kartellbehörden abgesegnet werden. Auch nach der Übernahme soll Drillisch eigenständig an der Börse notiert bleiben.

»Mit dem Zusammenschluss von 1&1 Telecommunication und Drillisch formen wir einen leistungsfähigen Telekommunikations-Komplettanbieter unter dem Dach von United Internet. 1&1 verfügt über eine starke Marke, einen riesigen Kundenstamm und enorme Vertriebskraft«, erklärt Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender von United Internet. Drillisch sei ein schnell wachsender Mobilfunkanbieter mit einem attraktiven Produktportfolio. »Gemeinsam können wir unseren Kunden künftig die komplette Produktpalette auf Basis heutiger und künftiger Netztechnologien aus einer Hand bieten: Highspeed DSL, mobiles Internet und passende Services«, so Dommermuth.

Auf Basis der Geschäftszahlen von 2016 verfügen 1und1 Telecommunication (inklusive des Privatkundengeschäfts von 1und1 Versatel) und Drillisch zusammen über mehr als 12 Millionen Kundenverträge. Gemeinsam erwirtschafteten sie einen Umsatz von über 3,2 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal 2017 (und damit noch ohne das 1&1 Versatel-Privatkundengeschäft) konnte die 1&1 Telecommunication SE ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent auf 619,4 Millionen Euro steigern. Das EBITDA der Gesellschaft legte um 12,9 Prozent auf 109,0 Millionen Euro zu.