iPhone SE-Restposten für 379 Euro: Hofer lockt Kunden mit neuer iPhone-Aktion

Auch im neuen Jahr setzt der österreichische Aldi-Ableger Hofer weiter auf besonders günstige iPhone-Angebote um seine Mobilfunktochter HoT zu befeuern. Während die Kunden begeistert zugreifen, ist der Fachhandel zunehmend verärgert.

(Foto: CRN Sreenshot hofer.at)

Nach dem durchschlagenden Erfolg ihrer diversen iPhone-Sonderangebote in den letzten zwei Jahren setzt die österreichische Aldi-Tochter Hofer die Rabattaktionen auch in diesem Jahr fort. Nächste Woche bietet der Discounter seinen Kunden das iPhone SE für 379 Euro an. Das vor einem Jahr vorgestellte Gerät ist eine Art Chimäre aus der Hardware des iPhone 6s im Gehäuse des 5s und sollte preisbewusste Kunden ansprechen. Laut zahlreichen übereinstimmenden Berichten aus dem Handel ist das Interesse der Käufer an den SE-Modellen allerdings sehr überschaubar. Umso interessanter ist es, dass es bei Hofer nur das kleinste Modell mit 16 GByte internem Speicher geben wird, das bei Apple selbst schon nicht mehr verfügbar ist. Insofern ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Angebot um eine Abverkaufsaktion eines größeren Restpostenbestandes handelt, der über einen Broker bezogen wurde.

Für Apple wäre es jedenfalls von Vorteil, die Geräte auf diese vielleicht doch noch ans richtige Publikum bringen zu können. Zumal der Preis dieses Mal nicht ganz so deutlich unter den eigenen Vorstellungen liegt, wie bei den vergangenen Hofer-Aktionen. Und auch für Hofer lohnt sich das Angebot trotz der wahrscheinlich recht überschaubaren verbleibenden Marge. Denn wie schon in der Vergangenheit geht es dem Discounter weniger um die direkten Verkaufserlöse, als vielmehr darum, damit einhergehend gleich neue Kunden für sein Mobilfunkangebot Hofer Telekom, kurz »HoT« zu gewinnen. Mit Erfolg: Gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt zählt HoT inzwischen mehr als 700.000 Kunden – nicht nur angesichts der Gesamtzahl von etwas mehr als vier Millionen Prepaid-Kunden in Österreich ein sehr beachtliches Wachstum.

Gleichzeitig sorgen die beliebten Apple-Sonderangebote von Hofer jedoch auf anderer Seite für wachsenden Unmut. So berichtet der TK-Fachhandel seit Monaten von einem spürbaren Einbruch der Verkaufszahlen. Immerhin ist Hofer dank der regelmäßigen Abverkaufsaktionen sogar schon kurz davor, am Umsatz bemessen der größte Apple-Händler Österreichs zu werden. Doch auch Geräte anderer Hersteller verkaufen sich im Fachhandel schlechter, seit immer mehr Kunden bei den Apple-Kampfpreisen im Lebensmitteldiscounter zuschlagen.