Schneckentempo statt Breitband: So lahm ist das deutsche Internet

Aktuelle Zahlen zur verfügbaren Internetverbindungsgeschwindigkeit belegen, wie sehr Deutschland beim Breitbandausbau im europäischen und weltweiten Vergleich hinterherhinkt.

(Foto: Jr Casas - Fotolia)

Allen Beteuerungen und Plänen der Politik zum Trotz geht der Breitbandausbau in Deutschland weiterhin nur schleppend voran. Das belegt jetzt der aktuelle »State of the Internet«-Report des Serverinfrastruktur-Anbieters Akamai für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2016. Darin wird sowohl weltweit als auch auf regionaler und Länderebene der Fortschritt bei den verfügbaren Internetverbindungsgeschwindigkeiten untersucht. Demzufolge surfen die Deutschen Bürger, Unternehmen und Behörden im Durchschnitt mit 14,6 Mbit/s. Auch wenn das gegenüber dem Vorjahr eine rechnerische Steigerung um 13 Prozent bedeutet, ist Deutschland damit noch immer weit von führenden Breitband-Nationen wie dem Spitzenreiter Südkorea entfernt, wo schon heute fast die doppelte Verbindungsgeschwindigkeit zur Verfügung steht und der Ausbau zudem noch wesentlich schneller vorangetrieben wird.

Auch im europäischen Vergleich sortiert sich die Bundesrepublik auf Rang 15 nur im hinteren Mittelfeld ein. Insbesondere die nordischen Länder sind uns beim Breitbandausbau weit voraus. So stehen etwa in Norwegen als europäischem Spitzenreiter durchschnittlich 23,6 und in Schweden 22,8 Mbit/s zur Verfügung, womit es die beiden Nationen auch sogar auf die Plätze zwei und drei der weltweiten Gesamtwertung schaffen. Gleichzeitig hat Norwegen im vergangenen Jahr mit 25 Prozent den größten Schritt beim Bandbreitenausbau geschafft und damit nun auch die Nachbarn aus Schweden überholt, die ihre mittlere Geschwindigkeit aber immernoch um 20 Prozent steigern konnten. Damit ist Deutschland auch bei den Zuwächsen deutlich langsamer als die Spitzengruppe und droht weiter abgehängt zu werden.

Aber auch in Dänemark, Finnland und der Schweiz surfen die Nutzer noch mit durchschnittlich mehr als 20 Mbit/s. Selbst die Tschechische Republik, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Lettland liegen bei der Internetgeschwindigkeit noch vor Deutschland. Auf den hinteren Rängen landen in Europa Länder wie Griechenland, Zypern, Italien und Kroatien, wobei die beiden letztgenannten dank starker Investitionen in die Netze mit Wachstumsraten von über 20 Prozent allmählich zum Mittelfeld aufholen.

Übersicht