Systemhauskooperation: Managed Service ist Zugpferd bei Nordanex

Das derzeit heißeste Thema bei Systemhäusern sorgt bei Nordanex für Zulauf. Über 270 Mitglieder hat die Systemhauskooperation mittlerweile. In enger Zusammenarbeit mit Herstellern macht der Verbund aus Systemhäusern Managed Service Provider.

(Foto: Nordanex)

Ralph Friederich von Kölner IT-Dienstleister Cyberdyne hatte kürzlich vor vielen hundert Unternehmer-Kollegen einen der fundamentalsten Umbrüche im Systemhausmarkt in einem eher spartanischen Nebensatz erwähnt. »Wir wollen weg vom Image des Technik-Futzis und vom Kunden als Berater wahrgenommen werden.« Hinter diesem Anspruch steckt für viele IT-Unternehmer nichts weniger als ein hartes Ringen um Neuorientierung und Neupositionierung im Markt. Die Zeit der PC-Schrauber, der Ad-hoc-Problemlöser, in der viele Unternehmer groß geworden sind, ist endgültig vorbei. Zunehmend weniger Kunden wollen solche IT-Feuerwehr-Friederichs im Hause sehen. Sie wollen eigentlich gar keine IT mehr im Keller haben, und wenn sie doch noch eigene Server besitzen wollen, dann sollen sich externe Dienstleister um ihre Systeme kümmern, wo immer die Kisten auch stehen.

Den Wandel eines Systemhauses zu einem solchen beratenden und für den IT-Betrieb sorgenden Managed Service Provider zu vollziehen, ist für mittelständische IT-Unternehmen alles andere als trivial. Schon allein das Wort »Dauerschuldverhältnis«, in das sich ein IT-Provider juristisch begibt, raubt manchem Systemhaus-Chef den Schlaf. Zeiten großer technologischer Veränderungen, auf die Systemhäuser mit neuen Geschäftsmodellen reagieren müssen, sind daher auch immer gute Zeiten für Unternehmernetzwerke. Wenn sie denn ihren Mitglieder Wege der Transformation aufzeigen und konkrete Lösungen in der Praxis anbieten können, wie das der Systemhausverbund Nordanex für sich reklamiert.

Für 2016 zieht das mittlerweile über 270 Systemhäuser zählende Netzwerk aus Bremerhaven eine positive Bilanz. »Das Interesse an unserem Programm Nordanex Managed IT Services (NMS) ist groß«, sagt Ralph Warmbold, Chef des Systemhausverbunds. Im vergangenen Jahr, also durchaus spät, startete der Verbund NMS. In diesem dreijährigen Ausbildungs- und Schulungsprogramm werden gemeinsam mit den Nordanex-Lösungspartnern Systemhäuser zu Managed Service Providern entwickelt. Der Erwerb technischer Kompetenzen gehört dazu, ebenso vertragliches, juristisches und vertriebliches Wissen. Eben »alle Facetten des IT-Betriebs«, um Bestandskunden zuverlässig Managed Services anbieten zu können und neue Kunden zu gewinnen. Nordanex arbeitet mit Seppmail, Wortmann, Uni­trends, Global Access und dem Vermarkter CK7 (Passler, BMC) zusammen. Über das Einkaufstool Neos können Systemhäuser die Produkte dieser Hersteller beziehen und erhalten über Rahmenverträge der Nordanex vergünstige Konditionen. Der Bezug von Produkten und MSP-Lösungen ist aber nicht an das dreijährige Ausbildungsprogramm gebunden. Systemhausmitglieder, sofern sie notwenige Zertifizierungen bei den Nordanex angeschlossenen Herstellern absolvieren, können mit einzelnen Services sofort starten.

Man stelle ein »ungebrochen großen Interesse am NMS-Programm« fest, sagt Ralph Warmbold. Der Geschäftsleiter von Nordanex geht denn auch optimistisch ins neue Jahr und wird auch in diesem Jahr im CeBIT-Fachhandelszentrum Planet Reseller wieder viele Gespräche in Hannover führen.

Der Name des Systemhausverbunds ist übrigens kein Hinweis auf eine geografische Präferenz, wie man vermuten könnte. Warmbold hatte nach seinem Ausstieg als Leiter Partnerbetreuung bei Akcent Computerpartner 2006 den Nordanex Systemhausverbund als bundesweite Kooperation gegründet. Man habe sehr viele Mitglieder in Süddeutschland, viele davon sogar im Freistaat Bayern, beteuern die Hanseaten.