Matrix Powerwatch: Diese Smartwatch muss nie geladen werden

Das per Crowdfunding finanzierte Produkt erzeugt den benötigten Strom aus der Temperaturdifferenz zwischen Gehäuse und Träger.

Braucht kein Ladegerät: Matrix Powerwatch
(Foto: Matrix Industries)

Einer der größten Schwachpunkte von Smartwatches ist die geringe Akkulaufzeit. Oft ist bereits nach einem Tag Schluss. Und die etwas langlebigere Pebble blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

Automatikuhren nutzen die Bewegung des Trägers um Energie zu erzeugen, die aber für Smartwatches nicht ausreicht. Solarenergie ist ebenfalls nicht praktikabel. Die Powerwatch von Matrix zapft eine andere Quelle an: Sie nutzt die Körperwärme des Trägers, um den Akku wiederaufzuladen und macht sich dabei den thermoelektrischen Seebeck-Effekt zu Nutze. Diesen Effekt hat auch schon die NATA genutzt, um die Raumsonde Voyager und den Mars-Rover Curiosity mit Strom zu versorgen. Dabei lässt sich aus der Differenz zwischen Körper- und Umgebungstemperatur elektrische Spannung erzeugen. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hat auch der äußerst sparsame Prozessor von Ambiq Micro. Auf der CES gab es dafür den ersten Platz im Wettbewerb »Last Gadget Standing«.

Die Powerwatch hat jedoch bislang nur wenige Funktionen. Sie verfügt über einen Bewegungssensor, mit dem ein Schrittzähler und ein Schlaftracker realisiert werden, sowie Stoppuhren und Wecker. Das größere Modell Powerwatch X hat zudem eine Benachrichtigungsfunktion.

Das Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung, unterstützt aber auch Apple Healthkit und Google Fit. Das Display ist ein energiesparendes, monochromes Display mit 1,2 Zoll Durchmesser, aber kein Touchscreen. Die Bedienung der smarten Uhr erfolgt über einen Drehknopf an der rechten Seite. Interessant wird sein, ob die Energieerzeugung auch um Sommer gut funktioniert, wenn die Differenz zwischen Körper- und Umgebungstemperatur recht gering ist.

Das Projekt wurde auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo mit über 800.000 US-Dollar finanziert. Die ersten Exemplare sollen im Herbst 2017 ausgeliefert. Der Preis liegt bei rund 160 Euro.