Schuldenlast drückt: Beantragt Avaya Gläubigerschutz?

Der Telekommunikationsanbieter Avaya möchte sein Call-Center-Business verkaufen und könnte nach Informationen des Wall Street Journal danach Insolvenz beantragen.

Kevin J. Kennedy ist CEO von Avaya Inc. (Foto: Avaya)
(Foto: Avaya)

Um seine drückende Schuldenlast zu reduzieren, sucht Avaya derzeit einen Käufer für seinen Geschäftszweig mit Call-Center-Lösungen. Als Interessent wird die US-Beteiligungsfirma Clayton Dubilier & Rice LLC genannt. Sollte der Verkauf des wichtigen Geschäftsteils gelingen, könnte Avaya anschließend den Schutz des US-Konkursrechts suchen, will das Wall Street Journal erfahren haben. Avaya könnte unter Gläubigerschutz die Geldgeber dazu animieren, Schulden in Eigenkapital umzuwandeln. Die Anteile der bisherigen Aktionäre würden erfahrungsgemäß massiv an Wert verlieren.

Seit der Übernahme von Avaya durch die Beteiligungsfirmen Silver Lake und TPG vor neun Jahren kämpft das Unternehmen mit andauernden Verlusten und hohen Schuldzinsen. Man untersuche kontinuierlich Möglichkeiten, die Kapitalstruktur zu verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung, in der einige vorläufige Zahlen zum letzten Geschäftsquartal mitgeteilt werden.

Die im Jahr 2000 als Ausgliederung von Lucent Technologies entstandene Avaya stellt Telefonanlagen und andere Kommunikationslösungen für Businessanwender her. Das Unternehmen leidet insbesondere auf dem wichtigen, nordamerikanischen Markt unter der starken Konkurrenz durch Cisco und auch unter dem zunehmenden Erfolg von Microsofts Skype for Business.

Avaya beschäftigt weltweit mehr als 17.000 Mitarbeiter, davon rund 3.000 in Deutschland. Die starke Präsenz von Avaya am deutschen Markt rührt von der Übernahme des deutschen Telekommunikationsunternehmens Tenovis im Jahr 2004 her.