Apples Neue mit Performanceproblemen: »Speichergate« beim iPhone 7

Das iPhone 7 mit 32 GByte Speicher schneidet in Performancetests deutlich schlechter ab, als die anderen Modelle und schreibt Daten beispielsweise nur mit etwa einem Zehntel der Geschwindigkeit seiner großen Brüder.

(Foto: Style-Photography - Fotolia)

Jahrelang haben sich Apple-Kunden gefragt, warum sie für iPhone-Modelle mit mehr Speicher so viel tiefer in die Tasche greifen müssen, obwohl die größeren Flash-Module den Hersteller kaum teurer kommen. Bisher war die einzige Antwort darauf, dass die Modelle mit der kleinsten Speicherausstattung angesichts zahlreicher Fotos und Mediendateien sowie neuer iOS-Versionen nur allzu schnell an ihre Kapazität stießen. Immerhin kann man sich hier mit einer Auslagerung von Dateien in die Cloud behelfen. Doch jetzt gibt Apple seinen Kunden mit dem iPhone 7 einen handfesten Grund, den Aufpreis zu investieren. Denn wie das Portal GSM-Arena herausgefunden hat, sind in den Modellen des iPhone 7 und iPhone 7 Plus mit 32 GByte offenbar deutlich schlechtere Komponenten verbaut, als in den teureren Varianten mit größerem Speicher. Diese Sparmaßnahme führt zu erheblichen Performanceeinbußen der günstigsten Modelle. Während etwa das Halbieren eines gut drei GByte großen Videos in 4K-Auflösung mit dem iPhone 7 mit 128 GByte in rund 17 Sekunden erledigt war, brauchte das 32 GByte-Modell mit 52 Sekunden mehr als dreimal so lange dafür.

Ähnliche Ergebnisse stellte GSM-Arena auch bei Tests mit diversen Speicher-Benchmarks fest. So brachte es das iPhone 7 mit 128 GByte im »Basemark OS II« etwa auf ordentliche 1.721 Punkte, wohingegen die Leistung des kleineren Bruders von 821 Punkten alles andere als beeindruckend war. Selbst das iPhone 6s mit 64 GByte war hier mit 1.422 Punkten noch deutlich schneller. Besonders gravierend war der Unterschied auch im »PassMark Storage Write« zu sehen. Die 128 GByte-Modelle des iPhone 7 schafften hier eine Schreibgeschwindigkeit von mehr als 300 MByte pro Sekunde. Hingegen brachte es das iPhone 7 mit 32 GByte nur auf armselige 39,6 MByte pro Sekunde. Nicht ganz so deutlich war der Unterschied bei der Lesegeschwindigkeit, hier lagen »nur« rund 20 Prozent zwischen den beiden Speichervarianten. Vermuteten die Experten angesichts solcher Zahlen zunächst noch ein fehlerhaftes Gerät als Ursprung dieser Diskrepanzen zwischen den Modellen, belegen die Erfahrungen und Testergebnisse zahlreicher Nutzer jedoch, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall, sondern um eine außergewöhnliche Modellpolitik seitens Apple handelt.

Mögen solche Benchmarks zwar eher theoretische Werte liefern, so ist doch klar, dass sie – insbesondere in dieser Größenordnung – auch im Alltag der Nutzer erhebliche Performanceunterschiede bedeuten. Statt über die Speicher-Gate Affäre zu schimpfen, kann man diese Erkenntnisse (zumindest als von billigen SD-Speichererweiterungen verwöhnter Android-Nutzer) aber durchaus auch positiv sehen: Zumindest ist damit der Preisunterschied von jeweils 110 Euro zwischen den 32 GByte-Modellen und der nächstgrößeren Variante mit 128 GByte beim iPhone 7 auf jeden Fall erstmals wirklich gerechtfertigt.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von ahz77 , 19:10 Uhr

lügenpresse ?????????

Antwort von Anze , 08:48 Uhr

Ja, wirklich traurig, was Apple da mit seinen "geizigen" Kunden anstellt, die "nur" das billige iPhone kaufen.

Aber viel lächerlicher ist die Verwendung des "-gate"-Zusatzes für alle möglichen Skandale. Der Begriff stammt vom Watergate Gebäudekomplex, nach dem der damalige Skandal benannt wurde. Er qualifiziert aber nicht dazu, in der Gegenwart jede Verfehlung damit zu zieren. Das zeugt nur von Einfallslosigkeit und Trittbrettfahrerei, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Schade, aber symptomatisch für den heutigen, sogenannten Journalismus.