Fokus auf Software und Services: Blackberry steigt aus der Smartphone-Entwicklung aus

Der Wandel von Blackberry zum Anbieter von Software und Services läuft erfolgreich. Nun will CEO John Chen den nächsten Schritt gehen und die eigene Hardware-Entwicklung einstellen – diese soll künftig von Partnern übernommen werden.

(Foto: Blackberry)

Nachdem das Smartphone-Geschäft bei Blackberry schon lange nicht mehr gut läuft, hatte sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren stärker auf Software und Services konzentriert. Diese steuerten im abgelaufenen Fiskalquartal, das am 31. August endete, bereits 156 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz von 352 Millionen Dollar bei. Weitere 91 Millionen Dollar verdient das Unternehmen durch sogenannte Service Access Fees – der Geschäftsbereich Mobility Solutions, zu dem die Hardware zählt, bringt es nur noch auf 105 Millionen Dollar und ist der einzige, der noch operative Verluste schreibt.

Man habe einen Wendepunkt erreicht, sagte Blackberry-CEO John Chen und kündigte einen Strategiewechsel an. »Wir werden uns auf die Software-Entwicklung konzentrieren, inklusive Security und Anwendungen für Smartphones. Das Unternehmen plant, die interne Hardware-Entwicklung komplett einzustellen und an Partner auszulagern.« Ein erstes Abkommen hat Blackberry bereits mit dem indonesischen TK-Joint-Venture BB Merah Putih geschlossen, das Android-Smartphones unter der Marke »Blackberry« herstellen sowie vertreiben und dabei auf die Software von Blackberry setzen wird.

Noch ist Blackberry aber nicht wieder auf Kurs. Der Umsatz von 352 Millionen Dollar bedeutet einen deutlichen Einbruch gegenüber den 491 Millionen des Vorjahresquartals. Und trotz einem kleinen operativen Gewinn steht unter dem Strich weiter ein Verlust von 371 Millionen Dollar zu Buche (Non-GAAP). Im Vorjahr lag das Minus noch bei 66 Millionen Dollar.