Überraschend positives Halbjahresergebnis: Gigaset kehrt in die Gewinnzone zurück

Ein überraschend gutes Ergebnis vor Steuern kann die Gigaset AG jetzt vorweisen und verabschiedet sich aus der Verlustzone. Die verschiedenen Maßnahmen des Unternehmens scheinen zu greifen.

Die Gigaset AG kehrt in die Gewinnzone zurück.
(Foto: Maksym Yemelyanov/Fotolia)

Die Gigaset AG weist im ersten Halbjahr 2016 ein positives Ergebnis vor Steuern (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) in Höhe von 0,6 Millionen Euro aus, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von minus 9,3 Mio. Euro verbucht werden musste. Das EBIT konnte um 16,7 Millionen Euro auf 1,4 Millionen verbessert werden.

»Wir erwarten nun auch insgesamt ein positives Ergebnis vor Steuern für 2016«, sagt Finanzvorstand Hans-Henning Doerr und korrigiert damit die ursprüngliche Prognose nach oben. Vorstandsvorsitzende Klaus Weßing ergänzt: »Wir haben eine Vielzahl von Maßnahmen verabschiedet und konsequent umgesetztAuch wenn der Umsatz per se im ersten Halbjahr weiter sinke, sehe das Unternehmen eine gute Basis für die Zukunft. »Wir haben jetzt wieder Luft, um unsere strategische Neuausrichtung kraftvoll voranzutreiben«, ist Weßing überzeugt.

Gehaltsverzicht der Mitarbeiter

Gigaset sieht als wesentliche Faktoren für den Erfolg, dass die Rohmarge trotz sinkenden Umsatzes erhöht werden konnte, was unter anderem durch den vermehrten Absatz höher margiger Produkte erzielt werden konnte. Der Vertrieb arbeitet nach Angaben von Gigaset daran, im zweiten Halbjahr Marktanteile zurückzugewinnen. Durch den im ersten Halbjahr abgeschlossenen Tarifvertrag konnten die Personalkosten gesenkt werden. Die Mitarbeiter verzichten seit dem 1. April 2016 auf bis zu zehn Prozent ihres Gehaltes.

Zusätzlich will das Unternehmen bestimmte Produktgruppen besser positionieren. So soll die Vermarktungsoptimierung der Sicherheitslösung Gigaset Elements wird im zweiten Halbjahr vorangetrieben werden.

Nach eigener Einschätzung hat Gigaset einen erfolgreichen Turnaround durchgeführt. Die für das erste Halbjahr saisonbedingt niedrig erwarteten liquiden Mittel liegen zwar mit 27,4 Millionen Euro in etwa auf dem geplanten Wert, allerdings hat das Unternehmen nach eigenen Angaben für acht Millionen Euro Lieferantenkredite frühzeitig bedient und Skontoabzüge erwirtschaftet.

Aufgrund des guten ersten Halbjahres erhöht der Vorstand der Gigaset AG seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2016. Das Unternehmen erwartet nun ein positives Ergebnis vor Steuern (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit), ein EBITDA in Höhe von rund 20 Millionen Euro sowie einen positiven Free Cash Flow aus dem laufenden Geschäft, der lediglich aufgrund von Steuerzahlungen vergangener Jahre leicht negativ sein wird.