Neue Formfaktoren für neue Einsatzbereiche: Der Wearable-Markt wird erwachsen

Dank Fitnessarmbändern und Smartwatches haben Wearables längst den Massenmarkt erreicht. Die Zuwachsraten sind weiter gut, doch der Fachhandel lässt sich noch viel Geschäft von großen Handelskonzernen wegschnappen. Mit emotionaler Produktpräsentation und guter Beratung muss er seine Kunden binden, um auch für neue Gerätekategorien wie Virtual Reality- und Augmented Reality-Brillen gut aufgestellt zu sein.

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Was vor einigen Jahren mit einfachen Aktivitätstrackern für Technikenthusiasten begann, ist mittlerweile ein Milliardengeschäft mit den verschiedensten Gerätekategorien. Allein im vergangenen Jahr wurden laut IDC weltweit 79 Millionen Fitnessarmbänder, Smartwatches, Datenbrillen, Virtual Reality- und Augmented Reality-Headsets sowie smarte Kleidungsstücke verkauft – in diesem Jahr sollen es bereits 101,9 Millionen werden. Angetrieben wird der Wearable-Markt derzeit vor allem von der Nachfrage aus dem Consumer-Umfeld, in dem Fitnessarmbänder bei Einstiegspreisen um 15 Euro längst zum Mitnahmeartikel geworden sind. Sie ermöglichen es den Nutzern, sich mit dem Thema vertraut zu machen und wecken später idealerweise das Interesse an höherwertigen Modellen oder einer Smartwatch, bei der das Fitnesstracking dann nur noch eine Funktion von Vielen ist.

Um die Absprungrate bei den Neulingen möglichst gering zu halten, entwickeln die Hersteller ihre Geräte kontinuierlich weiter und bestücken sie mit neuen Funktionen. Eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielen allerdings auch die zugehörigen Online-Services und Apps, über die die Nutzer ihre Gesundheits- und Bewegungsdaten auswerten und sich mit anderen Nutzern vergleichen können. Der Community-Gedanke hält die Motivation hoch und sorgt dann oft auch dafür, dass Nutzer weitere Daten erfassen wollen und sich ein neues Gerät zulegen.

Wegen dieses Upselling-Geschäftes ist es für den Fachhandel wichtig, seine Kunden umfassend zu beraten. Die Produktvielfalt im Wearables-Bereich ist mittlerweile nahezu unüberschaubar und wer interessierten Verbrauchern als kompetenter Wegweiser zur Seite steht, hat später beste Chancen, dass er beim nächsten Kauf wieder aufgesucht wird. Allerdings lasse sich der Fachhandel derzeit noch viel Geschäft von den großen Handelsunternehmen abnehmen, hat Patrick Schaab, Vice President Advancing Distribution bei Komsa, festgestellt. »Die Präsentation der Produkte ist das A und O«, betont er und rät Händlern dazu, bei ihren Kunden Emotionen zu wecken. Speziell der Verkauf von Smartwatches erfordere »eine ganz andere Art der Warenpräsentation und des Verkaufsgespräches« als beispielsweise der Verkauf von Smartphones. Das zahle sich aber durch die höheren Margen aus.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Mitch Torres , 10:20 Uhr

VR und AR sind die technisch wirklich interessanten Bereiche, ich habe schon vor vielen Jahren davon geträumt ein VR-Game spielen zu können ;-) Gepusht werden aber vor allem Techniken für den Massenmarkt wie Wearables, demnächst dann wohl auch IoT-Geräte. Nur bleiben die Sicherheitsaspekte dabei auf der Strecke. Schon jetzt mit den ca. 50 Mio. Smartphones in Deutschland sehe ich kaum Bemühungen von den Herstellern und leider auch kaum Interesse von den Anwendern, daran etwas zu ändern. Schade eigentlich ;-)