Fraunhofer SIT und Telekom mit kostenloser Lösung: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle startet

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und die Deutsche Telekom starten ab sofort die »Volksverschlüsselung« - vorerst allerdings nur für Windows-Nutzer.

Ende-zu-Ende-Veerschlüsselung für jedermann soll die E-Mail endlich sicherer machen.
(Foto: Fraunhofer SIT)

Das Angebot »Volksverschlüsselung« besteht aus der vom Fraunhofer SIT entwickelten benutzerfreundlichen Software und der dazugehörigen Infrastruktur, die von der Deutschen Telekom in einem Hochsicherheitsrechenzentrum betrieben wird. Mit ihr können Windows-Nutzer die eigenen Rechner mit wenigen Klicks verschlüsselungsfähig machen. Die Software steht ab sofort unter www.volksverschluesselung.de zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dort wird auch der Quelltext der Software einsehbar sein. In weiteren Schritten sind Versionen für macOS, Linux, iOS und Android geplant. Die Software unterstützt zunächst den S/MIME-Standard, in einem nächsten Schritt wird sie zusätzlich OpenPGP unterstützen.

Die Volksverschlüsselung ist eine Software, die sowohl die notwendigen kryptografischen Schlüssel generiert, als auch die E-Mailprogramme der Benutzer entsprechend konfiguriert. Für die eigentliche Verschlüsselung brauchen die meisten Nutzer kein neues Programm, da die meisten E-Mailprogramme von Haus aus verschlüsseln können, wenn entsprechende Schlüssel vorhanden sind. Somit können selbst unerfahrene Nutzer verschlüsselte E-Mails verschicken.

»Verschlüsselung ist die Grundlage einer selbstbestimmten digitalen Kommunikation. Wir unterstützen die Volksverschlüsselung als einen wichtigen Baustein dieser Selbstbestimmung und werden damit unserer digitalen Verantwortung gerecht«, sagt Telekom-Datenschutzvorstand Thomas Kremer. »Kopf in den Sand stecken und denken ,Meine Mails interessieren doch eh niemanden‘ macht Nutzer zum Spielball. Wir wollen dagegen den digital mündigen Bürger«, unterstreicht er.

Professor Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT: »Mit unserem neuen Angebot unterstützen wir die digitale Agenda der Bundesregierung und erfüllen die Forderungen der ‚Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation’, die auf dem vergangenen IT-Gipfel von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vorgestellt und unterzeichnet wurde«.