Breitbandstudie: Langsames Internet gefährdet die deutsche Wirtschaft

Gefährdet der schleppende Breitbandausbau die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Deutschland? Laut einer aktuellen Studie besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit von Breitbandnetzen und dem Wirtschaftswachstum: Deutschland droht demnach der Absturz ins Mittelmaß.

Zu langsames Internet gefährdet das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie von IW Consult unter Mitwirkung des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation. Demnach soll es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit der Breitbandnetze und dem Wirtschaftswachstum eines Landes geben. Im Durchschnitt der betrachteten Länder geht eine Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit um ein Prozent mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,07 Prozent einher. Für Deutschland würde das ein erhöhtes BIP um knapp zwei Milliarden Euro bedeuten.

Ende 2015 verfügten in Deutschland lediglich rund 60 Prozent der Unternehmen über Breitbandanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s. Das kann in absehbarer Zukunft zu einem erheblichen Standortnachteil für die einheimische Wirtschaft führen, so die Studienautoren. Zudem zeigt sich bei einer Erhöhung des Glasfaserausbaus eines Landes um ein Prozent pro Jahr eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,02 bis 0,04 Prozent pro Jahr. Für Deutschland würde dies eine Erhöhung des BIP um 600 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro bedeuten.

Im Vergleich der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeiten (Akamai, 2016) belegt Deutschland mit 12,9 Mbit/s nur den 13. Platz. Spitzenreiter ist hier Südkorea (26,7 Mbit/s) vor Schweden (19,1) und Norwegen (18,8). »Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, dass wir einen zukunftssicheren Technologiemix aus Glasfaser und Kabel-Glasfaser brauchen. Europäische Nachbarn und Asien setzen bereits voll auf Glasfaser - und Deutschland diskutiert noch über Kupfer«, sagt Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland. Das dürfe nicht der Anspruch einer führenden Industrienation sein.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Gerd L , 14:59 Uhr

Zum Einen ist die Deutsche Wirtschaft längst ins Mittelmaß abgestürzt. Das Liegt aber nur zum geringsten Teil am Breitbandausbau, sondern an der rasant zunehmenden Entfernung zur "Marktwirtschaft". fast 2 Mio. Regeln und Gesetze erzeugen in Deutschland eine Art "Planwirtschaft".

Zum Anderen baut die Telekom "billig - billig" mit störanfälligen, superhässlichen "Telefonmasten" das Breitbandnetz relativ schnell (genug) aus, um die Zuschüsse abzugreifen. Wenn dann eine Leitung gestört ist, gibt es bei der Telekom praktisch keine Fachkräfte, um den Schaden zu beheben.

Bei mir selbst trat nach einem Jahr fehlerfreiem Betrieb ein geringfügiges Bandbreitenproblem auf. Über 2 Monate lang musste ich die "Reparaturversuche" der Callcenter-Mitarbeiter ertragen (die haben dabei meine für ein Home-Office genutzte Leitung für 1 1/2 Monate vollends geschrottet), bis eine tatsächliche Fachkraft in 10 Minuten ein defektes Telekom-Bauteil wechselte und alles war wieder in Ordnung.

Solche Erfahrungen mache ich durchschnittlich einmal im Jahr und schädigt meinen Betrieb jedes Mal um ein paar 10.000.-€

Das schädigt die deutsche Wirtschaft!