Ehemalige Siemens Enterprise Communications: Siemens und Gores verkaufen Unify an Atos

Der Kommunikationsanbieter Unify wird verkauft. Das Joint Venture von Siemens und The Gores Group soll an den französischen IT-Dienstleister Atos gehen.

(Foto: Unify)

Unify soll verkauft werden. Wie der französische IT-Dienstleister Atos meldete, will das Unternehmen den Unified Communications-Anbieter von der Gores Group und Siemens übernehmen. Sollte es keine Einwände seitens der Arbeitnehmervertreter sowie der Kartell- und Aufsichtsbehörden geben, planen die Parteien, die Akquisition im ersten Quartal 2016 abzuschließen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 340 Millionen Euro in bar.

»Zusammen haben wir in Innovationen investiert, eine neue Marke für das Unternehmen positioniert, ein beeindruckendes Geschäftsführungsteam zusammengestellt und das Unternehmen so aufgestellt, dass die Kommunikationskanäle und die Software im Mittelpunkt stehen«, sagt Alec Gores, Vorstandsvorsitzender der Gores Group. »Unserer Meinung nach ist Unify gut aufgestellt, um das Geschäft durch die Unterstützung des neuen Anteilseigners auf ein neues Erfolgs- und Performanceniveau zu heben.«

Unify wurde 2008 als Siemens Enterprise Communications gegründet und ist ein Joint Venture, das zu 51 Prozent der Gores Group und zu 49 Prozent Siemens gehörte. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 5.600 Mitarbeiter in 60 Ländern und erwirtschaftet einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Zuletzt musste das Unternehmen jedoch umstrukturieren, Stellen streichen und Standorte schließen.

Gänzlich lösen wird sich Unify von Siemens aber nicht. Atos ist ein langjähriger Partner des deutschen Technologiekonzerns und Siemens hält aktuell zwölf Prozent der Anteile des französischen Unternehmens. »Atos ist ein bewährter und vertrauensvoller Partner sowie ein Spezialist für die erfolgreiche Integration von Akquisitionen«, so Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. »Gleichzeitig setzen wir konsequent unsere Vision 2020 um, indem wir unser Geschäft fokussieren und Siemens entlang der Wertschöpfungsketten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung positionieren.«

Wie genau es für Unify weitergehen soll, das sagten die Unternehmen jedoch nicht. Noch vor wenigen Monaten hat Unify angekündigt, in Deutschland verstärkt auf den Channel zu setzen und den indirekten Vertrieb weiter auszubauen. Ob diese Strategie bestehen bleibt, wird sich wohl in den kommenden Monaten zeigen.